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Mittwoch, Juni 12, 2013

E I G E N


Sommertreffen und MV am 15./16.6.2013 in Altikon

Am Sonntag Morgen fährt der Bus nicht, daher müsstet ihr die S29 (Richtung Stein am Rhein) nehmen: Winterthur ab 9.12 bis Thalheim Altikon, und von dort sind es 2 km Spaziergang durchs wunderschöne Thurtal ...




Inhalt und Ablauf des Treffens
Samstag 15.6.
  • 10.00 Beginn, Begrüssung
  • 10.10 gemeinsamer Austausch: jede/r erzählt, was in der Praxis so läuft,
was sie/ihn beschäftigt (mit Buchtipps) und wie es weitergehen soll
  • 12.30 – 13.45 Mittagessen; Bitte Picknick mitbringen, für Getränke ist gesorgt
  • 13.45 – 14.15 Vorstellung der Gastgeberin (Werdegang, Philosophische Praxis, Ziele…)
  • 14.15 – 14.45 Kaffeepause
  • 14.45 – 18.00 Mitgliederversammlung
Themen: Bericht über die Arbeit des Vorstands; Entlastung des Vorstands; Aufnahme der neuen Mitglieder; Rücktritte und Ausschlüsse; aktuelle Situation des Bildungsgangs Philosophische Praxis; Internationaler Kongress 2015 in der Schweiz?; Neugestaltung Webseite philopraxis; Weiterführung facebook-Seite; Festlegen der Termine der nächsten beiden Treffen; Kassenbericht; Bestätigung des Kassenprüfers für 2012/2013; Wahl des Kassenprüfers für das nächste Rechnungsjahr; Rücktritt der Kassenwärtin von ihrem Amt und Ausscheiden aus dem Vorstand; Wahl eines zusätzlichen Vorstandsmitglieds und Wahl eines neuen Kassiers; Entscheidung über die Verschiebung des Rechnungsjahrs auf das kalendarische Jahr; Entscheidung über das Anlegen einer einfachen Buchführung aus Übersichtlichkeitsgründen; Sonstiges
  • 18.00 – 18.30 Pause
  • 18.30 – 22.00 Pizza-Fest im Garten mit Verwirrung durch ausgesuchte Kinderfragen aus Evas Arbeit


Sonntag 16.6.
  • 9.10 Beginn, Begrüssung
  • 9.20 – 10.30 „Philosophisches Café“ über die Internationalität von Philosophischer Praxis und deren Bedeutung für philopraxis.ch (Kooperation mit IGPP und anderen Organisation von PP)
  • 10.30 – 10.50 Pause
  • 10.50 – 11.30 Eva über Methoden des Philosophierens mit Kindern und Jugendlichen
  • 11.30 – 12.15 Mittagssnack
  • 12.15 – 13.30 EIGENTUM
  • 13.30 – 13.45 Abschied



Freiheit, Gleichheit, Einkommen
Klassiker sind Dauerbrenner. Mal sind die Flammen, die aus begeisterten LeserInnen schlagen hell,
mal köcheln die Gedanken auf kleinerer Flamm. Ein Standardtext zu EIGENTUM ist „Das Kapital“ (1867) ; ich steige hier ein zum Ende des 3. Bandes, wo die „Oberfläche“ erreicht sein sollte. Nach meiner Interpretation ist das Sozialphilosophische an Marx, dass er zur Analyse gesellschaftlich ökonomischer „Formbestimmtheit“ auffordert Vgl. dazu das 50. Kapitel „Der Schein der Konkurrenz“, S. 879 in den alten „blauen Bänden“ Marx-Engels-Werke 25, Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland. Wir Konstanzer haben die damals bei Pinkus in der Froschaugass gekauft. Auffällig ist, dass Form, formbestimmt, Formbestimmtheit, ... den DDR – Marxforschern keinen Eintrag im Sachregister wert war.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Vorausgegangen ist eine Analyse der Warenform, der Geldform des Werts bis zur Selbstverwertungsbewegung des Werts als Kapital im formbestimmten Produktionsprozess, dann in Bd. 2 die Darstellung der Zirkulationssphäre und in Bd. 3 Warenkapital und Geldkapital und abgeleitete Profitformen, zinstragendes Kapital und Kapitalisierung des Zinses,
„fiktives Kapital“, Grundrente, schließlich zusammengefasst in „Die Revenuen und ihre Quellen“ (Fragment).
Ich vertrete hinsichtlich der kapitalistischen Oberfläche das Troika-Modell: der Unternehmer hat drei Rösser eingespannt BODEN, GELD & ARBEITENDE. Sie verdienen sich so Rente, Zins , Lohn.
These: bürgerliches Privateigentum entspricht und entspringt der Konkurrenzgesellschaft.

Dies will ich in groben Strichen skizzieren:

§1. Die Konkurrenzformanalyse gibt es, weil es verschiedene Kapitale gibt und nicht ein Gesamtkapital und daher gibt es auch mehrere Kapitalisten.

§2 Vom Kapital im Allgemeinen zur Konkurrenz der Kapitale: es entwickelt der Unternehmer sich weiter von der „Charaktermaske“ zum Konkurrenzsubjekt: dem geht es darum, Einzelkapital so einzusetzen, dass Unternehmergewinn resultiert.

§3 Das Konkurrenzsubjekt i.e.S. bestimmt, was für eine Funktion sein persönliches Kapital hat. Die Freiheit ist auf die Mittelwahl eingeschränkt. Diese Freiheit auf Widerruf ist abhängig davon, dass der Kunde ratifiziert. Denn die Kehrseite der unternehmerischen Freiheit ist der „Fetischismus der Ware“. Das hergestellte Produkt muss auf dem Markt dann als Ware sich zeigen und verkaufbar sein.

§4 Die handelnden Kapitalisten haben eine Sonderrolle als „Proto-Subjekte“. Sie stehen in Kontakt zu anderen agierenden Kapitalisten und zu Haltern der Revenue*quellen. Die Unternehmer wettstreiten gegeneinander bei Leihverhältnissen mit Haltern von Revenuequellen. Die Revenueformen Grundrente / Zins / Arbeitslohn sind vorgegeben. Die Konkurrenzsubjekte i.w. S. (wozu auch die Verleiher von Grund, Geld und Arbeitskraft gehören) haben Geldeinkommen als Ziel.
       *Revenue =>( Geld ) Einkommen

§5 Die Freiheit der Konkurrenzsubjekte hat Einkommen zum Ziel und Eigentum zum Mittel. Bei Haltern von Revenuequellen ist ihr Eigentum die Revenuequelle (verleihbarer Grund, verleihbares Geld, verleihbare Arbeitskraft). Beim Unternehmer ist das Eigentum die Firma. Die Konkurrenzsubjekte sind alle gleich, sie haben freie Verfügung über ihr Privateigentum. Das gilt primär für das Eigentum im gerade entwickelten Sinn, dann überträgt sich das Eigentum auf das dem Eigentum erster Ordnung entspringende Einkommen (als Eigentum zweiter Ordnung).

In der Fortsetzung dieser Argumentation erscheint folglich das durch Einkommen Erworbene als Eigentum dritter Ordnung. (Vgl. dazu die Weiterentwicklung in § 11)

§6 Die qualitative Gleichheit schließt nicht aus, dass Klassen von Konkurrenzsubjekten in manchem Aspekt gleich und unter anderen Gesichtspunkten betrachtet ungleich sind. Qualitative Gleichheit vermittelt quantitative Ungleichheit. Hieraus entspringen auch potentiell neue Qualitäten beim Eigentum II. Bei kleiner Menge muss (Ware im Gegenwert des Geldes) „aufgegessen“ werden („kleinere Zirkulation“ Lohn – LebensmittelWaren).  Bei grösserer Menge kann ein Teil des Geldes wieder teilnehmen an der  „größeren  Zirkulation“ von Geld zu MehrGeld.

§7 Eigentümer müssen sich mit anderen Eigentümern zusammenschliessen und den gleichen Willen haben, um mit ihrem Eigentum umzugehen. Daraus entsteht ein Vertrag, jeder Eigentümer strebt nach eigenem Einkommen, was aber nur im Zusammenhang der kapitalistischen Gesellschaft möglich ist.

§8 Gesellschaft ist für die Kapitalanalyse immer nur als Resultat zu sehen.
Es gibt Eigentümer, die nicht Einkommensbezieher sind. Nur die erfolgreich Konkurrierenden sind in der kapitalistischen Gesellschaft enthalten. (Gesellschaft im engeren Sinn) Die nicht erfolgreich Konkurrierenden sind „potenzielle Mitglieder“, da ihr Eigentum keine Früchte getragen hat.

§ 9 Dem Willen nach Einkommen sind Verleihverträge und Verkaufsverträge wichtig. Bei dem Verleihvertrag ist der Verleiher für die Verleihzeit nur noch der „blosse Eigentümer“, der Leihende wird für diese Zeit zum Besitzer. Beim Verkaufsvertrag wechselt das Eigentum den Eigentümer. (Kauf von für die Funktionssphäre wichtigen Zwischenprodukten, ) Der Unternehmer muss bei Leihverträgen gegenüber den Revenuequelleneigentümern seiner Zahlungspflicht nachkommen, der Unternehmer muss in der Lage sein, zu ausreichenden Preisen verkaufen zu können.

§ 10 Der Unterschied zwischen den Eigentümern von Revenuequellen und Firmen ist, dass die Revenuequelleneigentümer bei ihrer Freiheit auf die Zirkulationssphäre eingeschränkt sind. Die Firmeneigentümer sind in der Zirkulationssphäre auf gleiche Weise frei Konkurrierende. Bei der Funktionssphäre gibt es keine Gleichheit, weil es sich bei der Firma um das Privateigentum des Firmeneigners handelt und deswegen gilt der Wille des agierenden Kapitalisten. Sein freier Unternehmerwillen wird möglich, insofern er (in gegebenen Grenzen) frei mit fremdem Eigentum umgehen kann.

§11 Konsumtionssphäre
Behandelt wurde schon die produktive Konsumtion (Waren in der Produktion verwenden) vermittelt durch Handel der Kapitale untereinander. Hinzu kommt die individuelle Konsumtion (Waren für sich selbst verwenden). Sie gilt (zurecht? - doch individuell naheliegend) dann als das Eldorado des Eigentums (Eigentum dritter Ordnung). Als individuelle Konsumenten sind alle Mitglieder unserer kapitalistischen Gesellschaft gleich, - so wie das ihnen je zur Verfügung stehende Geld halt „nur“ quantitative Unterschiede ausdrückt.
Die gegenständlichen Formen des Eigentums III (vgl. § 5) erscheinen „in der Lebenswelt“ als abgelöst von dem sie hervorbringenden systemischen Zusammenhang und vergleichbar mit dinglich Ähnlichem in anderen Lebensformen. Diese Ablösbarkeit scheint auch durch Erben , Geschenk, … z.B. eines Autos,  Abos, Wohnhauses etc. sich zu bestätigen. Wesentlich am Eigentum III erscheint uns „sein Genuss“, daher kann (gekaufte?) Benutzungsmöglichkeit von X (das Xen)  hier in manchen Fällen als wichtiger erscheinen als (Exklusiv) Eigentum an X zu erwerben. Generell gilt auf dieser Stufe hinsichtlich
 „erwirb es, um es zu besitzen“ : Eigentum III erscheint nur als ( E I N ? )  Mittel  zum Zweck (Besitz 3). Danke für den DenkAnstoss, Willi Fillinger ! Innerhalb von CARING ECONOMICS könnten auch andere Mittel entdeckt werden.

EINWURF: was ist mit der Antarktis ? ( = zwar in Zonen von „Anrainer-Staaten“ beanspruchte, doch noch nicht privat angeeignete Natur )

§12 Marx-Engels-Werke 25 S. 784 : „Vom Standpunkt einer höheren ökonomischen Gesellschaftsformation wird das Privateigentum einzelner Individuen am Erdball ganz so abgeschmackt erscheinen wie das Privateigentum eines Menschen an einem anderen Menschen. (Wir) sind nicht Eigentümer der Erde … nur ihre Nutznießer und haben (die Erde) … nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen.“ Geschrieben vor 150 Jahren. Vorsichtiger gefordert: die Erde „künftigen Menschen“ nicht heute schon wegzunehmen als Lebensgrundlage /Lebensraum . Siehe:
Der neue Bericht an den Club of Rome Der geplünderte Planet – Die Zukunft des Menschen im Zeitalter schwindender Ressourcen im oekom Verlag : ISBN-13: 978-3-86581-410-4, München, 2013.
CARING ECONOMICS ein Projekt von Tania Singer (MPI Leipzig / Mind & Life Institute Berlin) / Dennis Snower (Kieler Institut fšr Weltwirtschaft)




Zurück zu Schiller 1797 Jena



SinnBild (s)einer produktiven Privatsphäre
freistehende „GartenZinne“ (Goethe) über einem Badezimmer
in Friedrich Schillers Gartenhaus  in Jena;
 freier Blick und frische Luft am Rande der kleinen Stadt
(Abstand vom Wohnhaus ca. 250m und vom Küchenhaus ca 80m)


In eigenr Sach: 
www.philopraxis.ch
Protokoll des Sommertreffens


Mike
hat sich mit Zoran Djindjic auseinandergesetzt und ist dadurch auch zu Fragen gekommen wie "Was
ist eine Revolution?". Im Laufe der Auseinandersetzung mit dessen Lebenslauf (in Kooperation mit Željana Tunic) hat er auch herausgefunden, dass er einmal den "Bambi"-MedienPreis (der Deutsche Oskar?) verliehen bekommen hat mit einer Laudatio von Angela Merkel, und er hat sich dann mit dem geistigen Hintergrund von "Bambi " auseinandergesetzt. Die meisten kennen nur den Disney-Film, aber dahinter steckt der Text eines österreichisch-jüdischen Schriftstellers, der auch gutgehende Pornos (z.B. die "Josefine Mutzenbacher") geschriebenhat und dessen Bambi-Version etwas tiefsinniger ist (wie Sein&Zeit) vom Erleben des 1. Weltkriegs getönt . Mit der Mitarbeiterin in der SinnPraxis, Christine Mok-Wendt  ist er auch auf den Gründer des Sokratischen Dialogs gestossen, Nelson, der asketisch-vegetarischer Sozialdemokrat und AntiNazi war. Noch heute gibt es in der SPD eine Philosophisch-politische Akademie, zu der z.B. auch Birnbacher gehört.

Sonntag, April 28, 2013

Handlungsankündigungen

    hc.guth@arcor.de : zwei Anmerkungen
Die erste: Es wäre sinnvoll, die Elemente des "Handlungsbreis" so beim Namen zu nennen, dass der Bezug zu den Objekten deutlich wird; mir ist da immer nur der Ausdruck "Sich-Verhalten-zu" eingefallen. Im Handlungsbrei firmiert alles Objektive, Gegenstände, Sachverhalte, Verläufe, Dispositionen, als jeweiliger "Inbegriff" aller möglichen Verhaltensweisen zu ihm.
Ich sage Verhalten(-zu), weil hier, vorsprachlich, kein kategorialer (logischer) Unterschied zur Zuschreibung motorischer "Akte" auf Basis von "Stimuliertheit" (ebenfalls definiert in motorischen Kategorien) von Tieren existiert.
Aus den Gliederungen des Objektiven ergeben sich entsprechende Untergliederungen des Verhaltens-zu ihm (Sich zu einem Verlauf verhalten, impliziert, sich zu den in ihn involvierten Gegenständen und Sachverhalten verhalten usw)


Zweite Anmerkung:
Es führt leider nicht weiter, und man kann sich kaum einen Aufbau grammatisch komplex organisierter "Artikulatoren" vorstellen, wenn AUFFORDERN oder gar BEFEHLEN zum Basis-Paradigma der Artikulator-Einführung genommen werden.
Diese Elementar-Situation entstammt nicht nur den Phil-Untersuchungen, und nimmt sich sehr materialistisch-arbeitsbezogen aus, sie führt letztlich sogar (aus meiner Sicht) direkt zurück aufs operante Konditionieren (daher Wittgensteins Betonen der "Abrichtung").
Da ist Wittgenstein auf Abwege geraten, die ihn notgedrungen die "inferentialistische" Entfaltung von Artikulationsmöglichkeiten hat verfehlen lassen: Seine Elementarsituation taugt nicht dazu. Sie setzt kontraintuitiv sogar eine vorsprachlicih eher untypische Praxis-Situation voraus, bei der zu fragen ist, ob sie vorsprachlich überhaupt sicher zur Verhaltens-Koordination führt: A will B dazu bringen etwas zu tun.
Vormachen ist was andres; bloß führt es wiederum nicht zum klar verständlichen Einführen von Artikulationen. Zumal Vormachen meist Ausnahmecharakter hat, und für sich schon Verständnisprobleme aufwirft. Das verdoppelt die nötige Verständnisleistung des Adressaten und macht sie unsicher.Mein Vorschlag: Handlungsankündigen als Basis-Einführungssituation ins Auge fassen, und zwar in den beiden Versionen, in denen sie mögliich ist: spielerisches Ankündigen des kollektiv längst sicher ausgeführten Alltags-Routine-Verhaltens (alle kennen Reihenfolge und Zeitpunkt bzw. Auslöser für kollektive reproduktiv wirksame Praktiken).
Und: Spielerisches Ankündigen von willkür-motorischen, NICHT zur momentanen Routine gehörenden, also nicht zweckbezogenen, "bloss vorgeführten" Verhaltensweisen (hochspringen, Arm heben, mit Stock auf Boden schlagen usw)
Die Rolle des SPIELENS bei der Einführung der Sprachspiele und die Voraussetzung des INTERESSES daran ist dabei hervorzuheben.

Montag, August 09, 2010



--- weitere Vorschläge willkommen!
2009 erschien eine Textsammlung von Peter Sloterdijk mit diesem Titel- sie ist gut geeignet, um Fragen entstehen zu lassen... Über diese wollen wir ins alltagsphilosophische Gespräch kommen. Es geht hier also ums Philosophieren (und nicht um "akademische Philosophie").

BRSEC ist ein schön gelegener Ort
nicht weit von der Fähre nach CRES.
00385 51 290199 Biserka und Mario Butschitsch / Übernachtung "Philosophie"

Montag, Oktober 26, 2009

EINSTIEG



WS 2009 UNIVERSITÄT KONSTANZ Philosophie
V.M. Roth „AnthropoTechnik“ , nach Peter Sloterdijk 2009
MO 16 -20 D431


26.OKT:
Slot 52-68, 173 -207 ( I1), Nietzsche 1 / Paul

2.NOV:
Slot I2, 208 -232 Wittgenstein / Leon

9.NOV:
Wilhelm Kamlah

16.NOV:
Radolfzell, Galerie 3ART: Himmelsleiter, cf.Slot 198-203 / Mike
(Gäste willkommen)

23.NOV:
Binswanger / Foucault Slot 234-55 „Haus des Wissens“ / Jonathan

30.NOV:
Heraklit / Heidegger Slot I3 und I4/ Chris

7.DEZ:
C U R H O M O ARTISTA
Warum Menschen Kunsten Slot I5a 298ff /
Diogenes / Nietzsche / Jaspers

14. DEZ:
A R S MORIENDI Sokrates / Jesus / Egon
SterbensKunst Slot I5b 315 -325

Dieses sind vorüberlegte Themen, den Teilnehmenden steht es frei, sich für selbst überlegte Themen stark zu machen! Insbesondere die Passagen des Teils II werden Stoff liefern für den jeweils 2. Teil der 4 stündig durchgeführten Sitzungen.

Es sind auch noch einige Plätze frei in D 431 ... (Stand: 19.Okt)

Mittwoch, September 30, 2009

Wintersemester

WS 2009 UNIVERSITÄT KONSTANZ Philosophie
V.M. Roth „AnthropoTechnik“ , nach Peter Sloterdijk 2009
MO 16 -20 D431

19.OKT:
Vorbesprechung
Einstieg mit Sloterdijks Antwort auf Heideggers Humanismus-Brief
Siehe: Sonderdruck edition suhrkamp: regeln für den menschenpark, rund um p. 38,
wo auch der Bogen zu Zarathustras "Was bedeuten diese Häuser?"-Frage geschlagen wird -
und des Menschen bestem Haustier. Nietzsche und Slot wittern "einen Raum, in dem unvermeidliche Kämpfe über Richtungen der Menschenzüchtung beginnen werden"...
"der Diskurs über die Differenz und Verschränkung von Zähmung und Züchtung, ja überhaupt der Hinweis auf die Dämmerung eines Bewußtseins von Menschenproduktionen und allgemeiner gesprochen: von Anthropotechniken -" ... wobei "eher mit einer Zucht ohne Züchter, also einer subjektlosen biokulturellen Drift zu rechnen wäre" - "nach Abzug der überspannten und argwöhnisch-antiklerikalen Momente bleibt von Nietzsches Idee ein hinreichend harter Kern zurück, um ein späteres Nachdenken über die Humanität jenseits der humanistischen (?) Harmlosigkeit zu provozieren." Vgl. auch Uli Fricker, SÜDKURIER 20.10.09: Gutmenschen (1941/ Goebbels über kirchliche Kritiker der "Euthanasie"-Tötungsaktion von Behinderten). Menschenpark p. 30: "Tatsächlich deutet Heidegger die geschichtliche Welt Europas als das Theater der militanten Humanismen; sie ist das Feld, auf dem die menschliche Subjektivität ihre Machtergreifung über alles Seiende mit schicksalhafter Folgerichtigkeit ausagiert. Unter dieser Perspektive muss sich der Humanismus als natürlicher Komplize aller nur möglichen Greuel anbieten, die im Namen menschlichen Wohls begangen werden können... Bolschewismus, Faschismus und Amerikanismus - aus Heideggers Sicht lediglich 3 Varianten derselben anthropozentrischen Gewalt und Kandidaturen für eine humanitär verbrämte Weltherrschaft" ...

26.OKT:
Slot 52-68, 173 -207 ( I1), Nietzsche 1 / Paul

2.NOV:
Slot I2, 208 -232 Wittgenstein / Leon

9.NOV:
Wilhelm Kamlah

16.NOV:
Radolfzell, Galerie 3ART: Himmelsleiter, cf.Slot 198-203 (Gäste willkommen) / Mike

23.NOV:
Binswanger / Foucault Slot 234-55 „Haus des Wissens“ / Jonathan

30.NOV:
Heraklit / Heidegger Slot I3 und I4/ Chris

7.DEZ:
C U R H O M O ARTISTA
Warum Menschen Kunsten Slot I5a 298ff / Malte
Diogenes / Nietzsche / Jaspers

14. DEZ:
A R S MORIENDI Sokrates / Jesus / Egon
SterbensKunst Slot I5b 315 -325

Dieses sind vorüberlegte Themen, den Teilnehmenden steht es frei, sich für selbst überlegte Themen stark zu machen! Insbesondere die Passagen des Teils II werden Stoff liefern für den jeweils 2. Teil der 4 stündig durchgeführten Sitzungen.

Es sind auch noch einige Plätze frei in D 431 ... (Stand: 19.Okt)







Im Gespräch: Peter Sloterdijk
Uns hilft kein Gott
23. März 2009 Ein kalter Frühlingstag in Wien. Peter Sloterdijk wohnt gleich neben dem Stephansdom. „Wenn Sie einen Hut dabeihätten“, sagt er, „könnten Sie ihn an meiner Adolf-Loos-Garderobe aufhängen. Gucken Sie mal!“ Auf seinem Schreibtisch liegen die druckfrischen Exemplare seines neuen Buchs „Du musst dein Leben ändern“, dessen Titel er von Rilke geliehen hat (Suhrkamp, 714 Seiten, 24,80 Euro). Es ist ein Essay über den Menschen und ein großer Warnruf: Wir können nicht mehr so weitermachen wie bisher. Wir müssen uns selbst wieder zu Höchstleistungen antreiben.
Herr Sloterdijk, warum müssen wir unser Leben ändern?
Die globale Krise selbst diktiert uns den Wandel. Wir müssen unser Leben entscheidend ändern, weil wir andernfalls an einem ökonomischen und ökologischen Selbstauslöschungsprogramm teilnehmen. Schon in der älteren Geschichte der Menschheit gab es strenge Autoritäten, Götter, Gurus und Lehrmeister, die ihre Gefolgschaften mit enormen Forderungen beunruhigten. Jetzt haben wir es mit einer ungöttlichen Göttin namens Krise zu tun, die von uns verlangt, neue Lebensformen zu entwickeln. Üblicherweise tragen menschliche Gruppen ja ein Projekt der Dauer in sich, einen Willen zum Fortbestand. Das Projekt der Dauerhaftigkeit ist mit dem aktuellen Modus Vivendi aber strikt unverträglich. Unglaubliche Dinge sind es, die da vorgehen!
Was genau meinen Sie?
Dass zum Beispiel der Staat auf dem Gipfel seiner Hilflosigkeit laut darüber nachdenkt, seinen Bürgern Geld zu schenken, damit sie einkaufen gehen können. Unfassbar! Wir müssen offensichtlich dazu ermahnt werden, das einmal erreichte Verschwendungsniveau um jeden Preis zu halten. Mir klingt noch im Ohr, wie Edmund Stoiber anlässlich einer früheren Krise zu den Münchnern sagte: „Schenken Sie Ihrer Frau doch mal einen Pelzmantel!“ Das war seinerzeit vor Weihnachten, Rieger-Pelze, das große Pelz-Haus in München, steckte in der Krise, und als Anhänger des bayerischen Amigo-Systems dachte der Ministerpräsident, ein Freund des Hauses, fast wie ein alter 68er: das Private ist zugleich das Politische. Die aktuellen Vorgänge zur Rettung der Verschwendungswirtschaft sind kaum weniger unfassbar. Über Nacht sind wir in ein riesiges ökonomisch-anthropologisches Seminar hineinkatapultiert worden, wo man darüber nachdenkt, wie es mit unserem Welt- und Wirklichkeitsverbrauch weitergehen kann.
Wer soll sein Leben ändern? Meinen Sie wirklich alle? Oder meinen Sie eine bestimmte „Elite“?
Ich mache mit meinem Buch erstmals den Versuch, die Gattungsbezeichnung von Nietzsches „Zarathustra“: „Ein Buch für alle und für keinen“ wörtlich zu nehmen. „Für keinen“ heißt es, weil es die Eliten, an die das Buch sich wenden könnte, noch nicht gibt. Gleichzeitig heißt es „für alle“, weil ein neues Auswahlverfahren begonnen hat, in dem festgestellt wird, wer sich von der Krise ansprechen lässt. Die Menschheit wird sich teilen und teilt sich bereits vor unseren Augen: In die, die weitermachen wie bisher, und jene, die bereit sind, eine Wende zu vollziehen.
Nehmen wir mal ein Beispiel: Peer Steinbrück. Was müsste der ändern?
Er müsste als Erstes verstehen, dass es nicht seine Aufgabe sein kann, Arbeitsplätze an Bord der „Titanic“ zu sichern. Er sollte sich ein wenig mehr mit Eisbergkunde auseinandersetzen. Arbeitsplätze an Bord der „Titanic“ gibt es nur, solange das Schiffchen fährt. Übrigens möchte niemand gern in Steinbrücks Haut stecken. Er sitzt auf dem Stuhl, dessen Inhaber unvermeidlich das unglückliche Bewusstsein bekommt. Er weiß wie sonst keiner, dass das Richtige unfinanzierbar ist.
Was raten Sie ihm?
Zu bedenken: Alles, was von jetzt an nicht hinreichend zukunftshellsichtig angelegt ist, wird eines Tages als Beitrag zu der Kollision mit dem finalen Eisberg wahrgenommen werden. Er müsste sich und seine Kollegen in aller Welt dazu bringen, an der Schaffung von Gremien mitzuwirken, die der Politik die Fähigkeit zurückgeben, luzide Langzeitprojekte zu verfolgen. Die Politik muss sich von der Wahlperiodenpanik emanzipieren.
Und was kann ich als Journalistin tun?
Sie könnten sich gegen den Zwang auflehnen, von Dingen zu reden, auf die es nicht ankommt. Täglich werden Journalisten an die Front der Ablenkungsthemen gerufen. In Österreich hat man soeben eine erstaunlich kurze Fritzl-Woche abgewickelt, und man weiß gar nicht, wie man der österreichischen Justiz dafür danken soll, dass sie es fertiggebracht hat, den Prozess in dreieinhalb Tagen mit einem lapidaren Urteil abzuschließen.
Sie schimpfen ja gar nicht auf Österreich!
Eine Unterlassung dieser Art passiert mir nicht jeden Tag. Und doch, die österreichischen Behörden haben dem Rest der Welt und nicht zuletzt sich selbst endlose Debatten erspart. Wenn man sich vorstellt, was unsere Presse im Bündnis mit unserer Justiz veranstaltet hätte! Man hätte monatelang ein Fest der überflüssigen Nachrichten abgefeiert. Justiztheatralisch und skandaljournalistisch hätte man viel mehr herausgeholt und dabei die parasitäre Funktion der Presse voll ausgespielt: die Ablenkung vom Wesentlichen, die längst zur Hauptfunktion geworden ist.
Wie sehen Sie sich selbst? Als Trainer zur Weltverbesserung oder als postmodernen Guru?
Na ja. Philosophen sind Menschen mit einem starken Selbstgespräch. Auf der einen Seite finden sie in sich einen Zeitgenossen, der die allen Menschen gemeinsame Ratlosigkeit angesichts der Weltlage teilt. Auf der anderen Seite gibt es in ihnen eine Teilpersönlichkeit, die behauptet, sie habe etwas gelernt und wisse Rat. Die zweite Figur, die bei mir auf dem Ratgeberstuhl sitzt, ist im Moment vielleicht ein bisschen imposanter geworden. Ich habe in die Weltlage hineingehorcht und meine aktuellen Wahrnehmungen mit dem allgemeinen Wissen über die Evolution der Hochkulturen in den letzten drei Jahrtausenden verknüpft. Daraus ergeben sich einige dringende Mitteilungen.
Nicht jeder will diese dringenden Mitteilungen hören. In Ihrem Buch werfen Sie den Intellektuellen vor, dass sie Leute, die ernsthafte Warnungen aussprechen, gleich als Wichtigtuer abtun. Kaum einer, sagen Sie, lässt das Ausmaß der Bedrohung an sich heran. Sind das für Sie Zyniker, oder sind sie einfach nur naiv?
Im gegebenen Fall ist die Alternative zwischen zynisch und naiv nicht komplett. Als ich vor einem Vierteljahrhundert „Die Kritik der zynischen Vernunft“ schrieb, unternahm ich den Versuch, die ganze Typologie des intellektuellen Feldes in diese Alternative zu zwängen: Entweder sind die Leute naiv, dann sind sie den Problemen zu nahe, oder sie sind zynisch, dann sind sie den Problemen gegenüber zu gleichgültig. Heute brauchen wir eine dritte Position. Ich spreche von Leuten, die weder zynisch noch naiv sind.
Sie meinen Leute, die alles dekonstruieren, um sich die Welt vom Leib zu halten?
Der Dekonstruktivismus ist nicht zuletzt deshalb plausibel geworden, weil die Moderne zu viele fatal naive Formen von Weltretterei hervorgebracht hat. Die Sozialkatastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts sind aus Ideologien entsprungen, formuliert von irgendwelchen Halberleuchteten, die mit großer prophetischer Gebärde das Welträtsel lösten. Ob man nun dem Privateigentum an allem Schuld gab oder dem zersetzenden Judentum: Gegenüber verführerischen Primitivformeln war das dekonstruktive Verhalten allemal gerechtfertigt.
Aber es reicht heute nicht mehr?
Richard Rorty hat seine Kollegen in den philosophischen Departments und Humanwissenschaften einmal etwas bitter als „detached cosmopolitan spectators“ bezeichnet. Er meinte damit: Sie reden von der Krise wie von einer Operninszenierung. Allenfalls blicken sie mit dem Opernglas auf die Katastrophen an der Peripherie, ohne zu begreifen, dass viele Desaster, die sich heute ereignen, nicht nur ihren eigenen Unheilsgehalt haben, sondern auch Zeichenqualität für unsere Zukunft besitzen.
Was heißt „Zeichenqualität“?
Hans Jonas und Carl Friedrich von Weizsäcker haben schon in den achtziger Jahren von „Warnkatastrophen“ gesprochen. Gemeint war damit: Die Menschheit bekommt Warnungen aus dem Realen zugespielt, die müssen entschlüsselt und ins Verhalten von Individuen und Institutionen übersetzt werden. Genau das kann derjenige nicht tun, der sich mit der Rolle des losgelösten kosmopolitischen Theaterbesuchers begnügt.
Bietet so ein Opernglas nicht auch Schutz? Wenn man sich mit dem Ausmaß der realen Bedrohung tatsächlich konfrontiert, kann einen das auch handlungsunfähig machen, im Extremfall in den Selbstmord treiben. Menschen sind schutzbedürftige Wesen.
Seit dreitausend Jahren leben die Avantgarden der Menschheit in dieser Situation: Dass sie Übergewaltiges sehen, und die Intelligenz zittert. Mir scheint, der Begriff „Gott“ war eines der stärksten Schutzschilde, hinter die man sich ein Weltalter lang zurückzog, um dem Ungeheuren standzuhalten. Sähe man die Außenseite des Schildes, würde man zur Salzsäule erstarren. Erinnern Sie sich an den Schild des Perseus, in dessen Mitte das grauenerregende Haupt der Gorgo eingefügt war. Der Held steht aber auf der Innenseite des Schilds und kehrt den Schrecken nach außen. Dieses Bild beschreibt recht gut die Situation der menschlichen Intelligenz, wenn sie sich im Handgemenge mit dem Realen zu sichern versucht.
Also müssen wir aus der falschen Sicherheit raus und gefährlicher leben?
Vor allem gefahrenbewusster denken. Was bevorsteht, ist eine Art von gorgonischer Aufklärung. Wir müssen uns dafür entscheiden, ein globales Immunsystem aufzubauen, das uns eine gemeinsame Überlebensperspektive eröffnet. Wir haben jetzt an einem Schutzschild für die Erde, für die Menschheit und für ihre technischen Umgebungen zu arbeiten. Dazu wird ein globales Ökomanagement nötig. Ich nenne das Ko-Immunismus.
Ein Wort, mit dem Sie, wie an anderen Stellen in Ihrem Buch, auf den Kommunismus anspielen. Haben Sie mit „Du musst dein Leben ändern“ ein linkes Manifest geschrieben?
Was mir vorschwebt, ist kein neo-kommunistisches Projekt. Der Kommunismus versuchte ja wie ein atheistischer Islam, eine Eroberungsreligion zu werden und in einer stürmischen Ausbreitungsbewegung alle industrialisierten Völker in seinen Bann zu ziehen. Was wollten die Kommunisten wirklich? Politische Machtergreifungen, um extreme Erziehungsdiktaturen für unreife Populationen einzusetzen. Vor Wiederholungen wird gewarnt. Die Bewegung, die in meinem Buch postuliert wird, hat keine Zwangsbekehrung zum Ziel. Wir müssen alles mit Freiwilligkeit auf der Basis guten Rates erreichen - oder mit „betreuter Freiwilligkeit“, wenn Sie wollen. Darum rede ich durchwegs vom übenden Leben und von selbstformender Selbstverbesserung.
Sie haben ein ziemlich positives Menschenbild.
Ich gehe von einer starken ontologischen These aus: Intelligenz gibt es. Aus ihr folgt eine starke ethische These: Intelligenz existiert in positiver Korrelation mit dem Willen zur Selbstbewahrung. Seit Adorno wissen wir, dass diese Korrelation in Frage gestellt werden kann - das war die suggestivste Idee der älteren Kritischen Theorie. Sie ging von der Beobachtung aus, dass die Intelligenz sich in der Richtung irren kann und Selbstzerstörung mit Selbsterhaltung verwechselt. Dies gehört zu den unvergesslichen Lektionen des zwanzigsten Jahrhunderts. Was jetzt auf der Tagesordnung steht, ist eine affirmative Theorie der globalen Ko-Immunität. Sie begründet und orientiert die vielfältigen Praktiken des gemeinsamen Überlebens.
Haben Sie eine Utopie entworfen?
Mir stehen die Haare zu Berge, wenn Sie behaupten, das sei utopisch! Wenn Sie recht hätten, stünde ich in der Tradition der verrückten Weltverbesserer. Ich dachte eher, ich hätte Pragmatismus gezeigt, zugegebenermaßen mit einem Zusatz an prophetischer Unruhe.
Das Gespräch führte Julia Encke.



Text: F.A.S. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)









Mo 16 - 19 c.t. Uhr Uni Konstanz, Raum D 431 WS 09

Mit dem Zentralbegriff ÜBUNG (griechisch ἄσκησις ) wirbt Peter Sloterdijk für eine sowohl theoretische wie praktische Philosophie betreffende neue Sicht. (Für mich gibt es darin Anklänge an systematische Fundierung in Handlungsschemata bei Wilhelm Kamlah.) In Anknüpfung und Abgrenzung vom vorausgehenden „linguistic turn“ proklamiert Sloterdijk eine ANTHROPOTECHNISCHE WENDE: es geht um „ein Leben in Übungen“. Es sei an der Zeit, den Menschen als das Lebewesen zu enthüllen, das aus der Wiederholung entsteht.“
Siehe auch weiterhin: feigenblaetter.blogspot.com

Literatur: Peter Sloterdijk, Über Anthropotechnik (Rilke:"Du musst Dein Leben ändern!), Ffm 2009; Wilhelm Kamlah, Von der Sprache zur Vernunft, Mannheim 1975 & Philosophische Anthropologie 1984.