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Montag, Dezember 01, 2014

Abenteuer

      

The Adventure of SEARCHING for Orientation in Doing Philosophy
           übersetzt von Mike Roth

Philosophieren als Abenteuer der Orientierung        
Ran Lahav interviewt Detlef Staude 

Detlef Staude ist ein philosophischer Praktiker, der in Bern / Schweiz lebt und seine Philosophische Praxis philocom führt. Er ist Koordinator des Netzwerkes philopraxis.ch , macht Gesprächsgruppen, Seminare, Workshops,  Vorträge,  Philosophische Cafés (mit  Mike Roth u.a.)  sowie Philosophische Beratungen.

Er bemüht sich die 14. ICPP in der Schweiz stattfinden zu lassen. (Stand: Dezember 2014)

Hallo, Detlef!

             Hallo, Ran!

Ran: Du bist ein philosophischer Praktiker hier in der Schweiz und in Deiner philosophischen Praxis gibt es eine ganze Reihe von Aktivitäten. Du bist auch der Koordinator der Schweizer Dachorganisation für Philosophische Praxis.  Detlef: Ja
Ran: Du hast mir gesagt, dass für Dich der Prozess philosophischer Praxis sich als ein Abenteuer darstellt. Es ist das Abenteuer des Verstehens. Erkläre doch, was das heißt!
Detlef: Da beginne ich mit einem Beispiel. Wir sind in einem Seminar zur Ideengeschichte… Ran: Also in der Universität … Detlef: In der Volkshochschule in Bern. Da denken sich die Teilnehmenden hinein in diese “Ideen” und in die Weise, wie ich diese ihnen präsentiere. Sie beschäftigen sich mit der Lebenswelt der Menschen jener Zeit und mit den Begriffen, die sie gebildet haben. Dies wird nicht geschehen ohne eine “Inspiration”. Und die macht die gesamte Gedankenreise zu einem Abenteuer des Geistes. Das Abenteuer liegt im Philosophieren. Es bezieht sich auf unsere Geistesgeschichte, auf unsere eigene Kultur. So verwurzeln sie sich fester in dem, was sie sind,  sich aber noch nicht bewusst sind oder  bewusst waren.
Ran:  Also: Du meinst, das ist wie auf einer Reise, Abenteuerreise ins Reich der Ideen. Zu den Hintergründen unserer Kultur und Geschichte.
Detlef: Ja, das denke ich. Zur „Reise“ fällt mir ein weiteres Beispiel ein. Ich habe auch “Philosophische Reisen” angeboten. Da fuhren wir etwa in andere Länder. “Gedankenreise” geht aber auch als eine Veranstaltung mit mehreren PhilosophInnen. Wir waren da 5 Philosophinnen / Philosophen mit recht unterschiedlichen Weisen philosophischen Denkens. Ran: Aha, Ihr 5 geht auf die Reise …  Detlef:  Etwa zum Ort im Engadin, wo Friedrich Nietzsche manchen Sommer verbrachte, Sils Maria. Jede/r von uns präsentiert ihr/sein Denken zu einem alIen vorgegebenen gemeinsamen Thema. Die etwa 12 Teilnehmer im Kurs können da sehen, wie unterschiedlich die 5 Praktiker denken. Ran: Was geschieht dann im “Retreat”?
Detlef: Ja, das hat Züge von einem “Retreat”. Was passierte?
Es fand eine sehr inspirierte Diskussion statt. Inspirierend im Gespräch zwischen den Philosophen, zwischen Teilnehmern und  Philosophen und zwischen den Teilnehmenden untereinander.
Ran: Locals …Leute vom Ort?
Detlef: Leute, die zur Philosophischen Woche gekommen waren. Es war ein sehr inspirierendes Abenteuer. Ran: Und wie hat dies das Leben berührt? Philosophische Praxis will ja in Kontakt kommen mit dem Leben. Detlef: Ja, das ist nicht leicht zu bestimmen. Denn Philosophie berührt das Leben ja nicht direkt. Wir sind ja nicht im „Retreat“ um Probleme zu lösen. Wäre die Philosophin problemlösend tätig, würde sie auf alternatives Verhalten hin "coachen". Wir philosophieren um unsere Sicht zu erweitern. Philosophierende möchten zu einem tieferen Verständnis ihrer selbst kommen, einem angemesseneren Verstehen der Welt und der „Menschheit“, Verstehen der eigenen Kultur. Wenn jemand sich als Teil von etwas sieht, Teil einer Kultur, Teil der Menschheit, Teil der ganzen Welt – dann erscheinen die Lebensprobleme als kleiner. Manche lösen sich als Probleme auf und werden nun besser verstanden als Züge des Lebens. Sie waren schon Teil des Lebens in der ganzen Geschichte menschlicher Existenz. Ich denke, solches Philosophieren macht es  den Menschen leichter ihre Einstellungen zu ändern. Denn wenn die Sicht sich weitet, dann sehen wir:  dies hat ja mehr Bedeutung als das, worin ich bisher drin verwickelt war. Ran: Da gibt es nun eine größere Welt, die sich mir eröffnet…

Detlef: Ja, und darum spreche ich vom Abenteuer!
Worauf ich die Betonung legen möchte ist die besondere Art von Gesprächen, die „tief“ gehen können (bei Einigen, selten Allen). Zwischen einigen baut sich eine Verbindung auf. Sie nehmen nicht nur an dem Kurs teil und sind dann wieder weg.  Es gibt hier eine Verbindung, die nicht nur emotional verbindet. Emotionale Verbindung habe ich auch als Teilnehmer in anderen Kursen und in anderen Lebensbereichen erlebt: alle fühlen sich verbunden, doch das bleibt auf der emotionalen Ebene. Aber im gemenisamen Philosophieren kommt es auch zu einer anderen Verbindung: auf Gedankenebene und da hält die Verbindung länger an. Dies berührt eben Essentielles. Ran:  Was passierte durch diesen “Retreat”? Wie wirkte es sich aus auf Dich und auf die anderen, die TeilnehmerInnen? Detlef: Es brachte sie dazu Bestimmtes zu lesen, an Themen für sich selbst zu arbeiten, an weiteren Kursen teilzunehmen und auch sich zu treffen. Leute, die sich vorher nicht kannten, kamen anschließend wieder zusammen und treffen sich nun. Und für mich persönlich ergab sich die Inspiration, neue philosophische Gesprächsgruppen aufzubauen und in schon bestehenden neue Themen zu diskutieren. Ran:  Diese Idee, die Du uns nahelegst, die größere Welt der Ideen zu betrachten, den Kontext von Ideen, in denen wir leben … Du hast beschrieben, wie das funktionierte bei dieser besonderen Gelegenheit – gibt es noch Aktivitäten in anderem Format, wo Du demselben Ansatz folgst? Detlef:  Ja, für mich war das Format des Aufeinandertreffens verschiedener Philosophischer Praktiker immer von besonderer Wichtigkeit. Daraus ist übrigens auch das Netzwerk philopraxis.ch hervorgegangen. Und mehr oder weniger dieselbe Idee wirksam: wir kommen zusammen um miteinander zu philosophieren, wir wollen in Kontakt mit dem kommen, was  Jede/r von uns tut in philosophischer Praxis und die verschiedenen Weisen des Philosophierens in Erfahrung bringen. Das inspiriert uns bis heute. Wir bestehen nun 11 Jahre (eine recht lange Zeit).
 
Ran: …Vor unserem Interview hast Du von ORIENTIERUNG gesprochen … Detlef:  Ich denke Menschen haben ein OrientierungsLos*, sie brauchen Orientierung in ihrem Leben. Wir leben nicht „nur so“. Wir müssen ein (von uns) bestimmtes Leben führen. Drum müssen wir unserem Leben „Form“ geben. Daher suche ich Orientierung, in welcher Weise ich mein Leben formen will. Was gibt es auf dieser Welt? Nun gibt es ja viele Möglichkeiten diese Orientierung zu bekommen. Doch wenn man eine gründliche Orientierung sucht, kommt man auch sehr rasch zur Philosophie. Ich denke die wichtige Sache der Philosophischen Praxis ist, dass da Orientierung gesucht und gefunden werden kann. Nicht so, wie das durch Religion geschieht, nicht durch Konzepte, die nur mehr oder weniger bestimmt sind und interpretiert werden müssen. Sondern durch eine Pluralität von Ansätzen. Ich kann auswählen und sehen, was gut für mich und die Welt ist. Vielleicht forme ich meine eigenen Konzepte, meine eigene Richtung für mein Leben. Vielleicht kann ich  mit anderen Menschen  zusammen in Bewegung  kommen. Ich denke, Philosophie und insbesondere Philosophische Praxis hat auch die Bedeutung: „you got to move!“ – auf reflektierte Weise. Ran: In Verbindung mit dem, was Du über das Abenteuer gesagt hast – ist es möglich zu sagen, dass Philosophische Praxis ein Abenteuer ist, eine anregende Suche in der Welt der Ideen nach Orientierung? Detlef: Ja, das fasst es treffend!

 

 

*Siehe: Das OrientierungsLos. Philosophische Praxis unterwegs (2008) mit Beiträgen von Martina Bernasconi, Willi Fillinger, Thomas Gutknecht, Hans Haessig, Bernadette Hagenbuch, Imre Hofmann, Roland Neyerlin, Mike Roth, Detlef Staude, Dominique Zimmermann, Eva Zoller (Hartung-Gorre Verlag Konstanz) für Netzwerk philopraxis.ch

 

Sonntag, August 03, 2014

gedankenreise 2. - 6. OKT (u)top






 Mit von der Partie sind
wiki Utopia, Platos Kritias, Thomas Morus, Fourier,
Marx&Engels, Nietzsche, Adorno&Horkheimer, 
Hampe2014/411 und – Sie?
Der Retreat wird geleitet von  Mike Roth (Uni Konstanz, SinnPraxis)  und er findet statt in einem kleinen Ort an der kroatischen Küste, Brsec? (südlich Opatija, vor der Fähre nach CRES) in Istrien, wo das Meer (zum Baden und Tauchen) und die Berge (zum Wandern und Entdecken) gleich nah sind.

Weitere Fotos des Ortes:
http://brsec.be/brsec/brsecimage/index.htm
Datum: Donnerstag 2.10. – Montag 6.10.2014 (Beginn: 17h; Ende 11h)

mike.roth@uni-konstanz.de

Samstag, Juni 21, 2014

Time Table of the 13th ICPP BEOGRAD

Tony & PHIL 18.8.2014 at 9 a.m.  Yalom´s Vision (Existential Therapy / Philosophical Practice)  in THE SCHOPENHAUER CURE


Conference program, 13th ICPP

14 August 2014

20.00: Welcome dinner, Metropol Palace hotel.

 

15. August 2014.

9.00-9.30: Registration

9.30-10.00: Welcome address (Professor Petar Bojanić, Director of the Institute for Philosophy and Social Theory)

10.00-11.30: Plenary: Introductory lecture, Lou Marinoff (USA) (MSG)

11.30-12.00: Coffee break

12.00-13.30: Presentations:

Session 1 (1.5 hour): 1. Peter Harteloh (Netherlands): Philosophical practice as a new paradigm in philosophy; 2. Lydia Amir (Israel), Rationality and truth in philosophy and its practice (MSG).

Sesssion 2 (1.5 hour):  1. Minke Tromp (Netherlands): Polimorphous rationality and philosophical practice: Philosophy as working on and with polymorphous rationalities , 2.  Pia Houni (Finland): How Socratic Dialogue encourages people to talk (IFDT).

 Session 3 (1.5 hour): 1. Luisa de Paula (Italy): Out of the shadow: Philosophical practice as a laboratory of gender identity; 2. Antonio Sandu and Ana Caras (Romania):  Using appreciative inquiry in the construction of codes of ethics (RH1).

Session 4 (1.5 hour): 1. Dena Hurst (USA): Woman as healer; 2. Ibanga Ikpe (Botswana): Philosophical therapy and the insanity of war (RH2).

13.30-15.00: Lunch break

15:00-17.00: Plenary: Debate on Diagnosis in Philosophical Practice (moderator Aleksandar Fatic) (MSG).

17.00-17.30 Coffee break

17.30-19.00: Presentations:

Session 1 (1.5 hour): Ora Gruengard (Israel): Philosophical and cultural pluralism; 2. Jose Barrientos Rastrojo (Spain): PRT (Practicing-Reseearching-Training) ― A standard for Spain and Iberoamerica (MSG).

Session 2 (1.5 hour):  1. Roxana Kreimer (Argentina): Philosophy and philosophical practice from a stand up point of view; 2.Matias Österberg and Marianne Airisniemi (Finland) : The facilitator in Neo-socratic dialogue ― some reflections on problems and practical techniques; 2. (IFDT1).

Session 3 (1.5 hour):  1. Tetsuya Kono, Yohsuke Tsuchiya and Mai Miyata (Japan): Evaluating philosophical dialogue; 2. Helen Douglas (South Africa): Giving birth to Derrida’s mother (RH1).

Session 4 (1.5 hour):  1. Bernt Österman (Finland): Philosophising and neo-Socratic dialogue; 2. FinnThorbjørn Hansen (Denmark): In the beginning was the deed ― How philosophical practice can become an important element both in the phenomenological-oriented action research and creative and innovative university pedagogy (RH2).


 

16. August 2014

9.00-9.30: Registration

9.30-11.30: Masterclasses:

1.  Anders Lindseth (Norway): The beginnings of philosophical practice (IFDT).

2.  Detlef Staude (Switzerland): Everyone’s peculiar way of philosophical practice (RH1).

3. José Eustáquio Moreira de Carvalho (Brasil): Philosophical practice and overindebtedness (RH2).

11.30-12.00: Coffee Break

12.00-14.00: Plenary: Debate on philosophical practice in the East and in the West (moderator Peter Harteloh) (MSG).

14.00-15.30: Lunch break

15.30-17.00: Presentations:

Session 1 (1.5 hour): 1. Vaughana Feary (USA): Spirituality and philosophical practice: Group counseling with clients in crisis; 2. Young E. Rhee: Does philosophical practice need diagnosis? (IFDT1).

Session 2 (1.5 hour): 1. Dimitrios Dentsoras  (Canada): Two conceptions of happiness ― Flourishing and feeling happy;  Veronika Bogdanova (Russia): Personal and psychological aspects of the project of Enlightenment and its relationship to philosophical practice (RH1).

Session 3 (1.5 hour): 1. Sergey Borisov (Russia):  2. Donata Romizi (Austria): Philosophical practice in the secondary school: changing the way of teaching philosophy (RH2).

Session 4 (1.5 hour): 1. Jörn Kroll (USA): Hegel’s logic of transformation: Personal, interpersonal and social dynamics; 2. Eckart Ruschmann (Austria): Metaphysical concepts of lay philosophers (RH3).

17.00-17.30: Coffee break

17.30-19.00: Presentations:

Session 1 (1.5 hour): 1. José Barrientos Rastrojo (Spain): Philosophical practice based on experience as opposed to an analytic philosophical practice; 2. Jon Borowicz (USA): Treading the boundary of public and private (IFDT1).

Session 2 (1.5 hour): 1. Thomas Steinforth (Germany): Philosophical practice and the truth of desire; 2. Michael Picard: But is it philosophy? Cafe philosophy and the social coordination of inquiry (RH1).

Session 3 (1.5 hour): 1. Gerardo Primero (Argentina): The dialogue between philosophy and psychology; Bernt Österman (Finland): Philosophizing and neo-Socratic dialogue (RH2).

Session 4 (1.5 hour): 1. Leonid Dzhorzhovich Petryakov (Russia): Philosophical discourse against the marketing of illusions; 2. . Oriana Brücker (Switzerland): Practicing philosophy in the working place: Between utilitarianism and shared metaphysics (RH3).


 

17. August 2014

9.00-11.00: Plenary: Debate on Rationality and Experience in Philosophical Practice (moderated by Ora Gruengard) (MSG).

11.00-11.30: Coffee break

11.30-13.30: Masterclasses:

1. Lou Marinoff and Vauxana Feary (USA):  Philosophical Counseling (MSG)

2. Oscar Brenifier (France): Philosophical practice (IFDT1)

13.30-15.00: Lunch break

15.00-17.00: Workshops:

Session 1 (2 hours):  Peter Harteloh (Netherlands): A framework for diagnosis in philosophical counseling (MSG).

Session 2 (2 hours): Willi Fillinger (Switzerland): Philosophical practice and my life experience (IFDT1).

17.00-17.30: Coffee break.

17.00-18.30: Plenary: Ran Lahav (USA) lecture: Philosophical practice: Quo Vadis? (MSG).  

18.30-19.00: Assembly of all participants in front of MSG and walk to the Institution of Culture ‘Parobrod’ for philosophical cabaret performance.

19.00-20.15: Philosophical cabaret performance by Barbara Jones (USA), Parobrod Cultural Centre.


 

18 August 2014

9.00-11.00: Workshops:

Session 1 (2 hours):  V.M. Roth (Germany): Tony and Phil: Yalom’s literary vision of a co-operation in:  the schopenhauer cure (IFDT1). Existential Therapy & Philosophical Practice. Bibliotherapy


Session 2 (2 hours): Zoran Kojčić (Croatia): Mobile philosophy (RH1).

Session 3 (2 hours): Bruno Ćurko (Croatia): The ‘Game of defining’ (RH2).

Session 4 (2 hours): Miloš Jeremić (Serbia): Hermeneutics with children (RH3).

Session 5 (2 hours): Michael Noah Weiss (Norway): Daimonion ― A workshop on guided imagery and Socrates’ inner voice (IFDT2).

11.00-11.30: Coffee break

11.30-13.00: Presentations:

Session 1 (1.5 hour):  1. Takako Ijiri (Japan): Philosophical practice for high school students after the Great East Japan Earthquake on 3 November 2011; 2. Игорь Невважай (Russia): Правовая философия как перспектива философской практики (consecutive translation Viktoria Chernyenko) (IFDT1).

Session 2 (1.5 hour): 1. Rastko Jovanov  (Serbia): Hegel on the therapeutic dimensions of state and philosophy;  2. Aleksandra Bulatović (Serbia): Philosophical counseling as a tool to enhance social well-being (RH1).

Session 3 (1.5 hour): 1. Gordana Medić-Simić (Serbia): On encouraging the ‘inner guidance’;  2. Katarina Martinović (Serbia): Application of Christian philosophy to working with parents of children with developmental disabilities (RH2).

Session 4 (1.5 hour): 1. Maria Neves (Portugal): The phenomenology of dreams in philosophical practice; 2.  Aleksandar Fatić (Serbia): Recognising conflict in philosophical counseling: What can Hegel contribute to philosophical practice (RH3).

13.00-15.30: Lunch break

15.30-17.00: Plenary: Election of the host of the 14th ICPP (MSG). / MUNICH ?

18.00-19.30 Lou Marinoff’s address with consecutive translation into Serbian, on his book Plato not Prozac, organized by Lou’s Serbian publisher, Plato, in the premises of Plato Publishing House, Knez Mihajlova St., followed by book signing (Serbian language edition). Conference participants are welcome to attend.

20.00: Farewell reception for the participants.

Mittwoch, November 23, 2011

Bern/ Schloss Bümpliz 17.12.

Zum Gott der Philosophen & einer Aufgabe für Menschen

Dass wir vor der grossen Herausforderung stehen, im Weltmassstab Verantwortung zu übernehmen, da uns die ökologischen Probleme, die keine Grenzen kennen, dazu zwingen, ist heute von den meisten anerkannt. Doch nach welchen Grundsätzen und Prioritäten soll dies geschehen? – Bereits bei der Kernenergie scheiden sich die Geister: Ist sie technisch und organisatorisch mit all ihren Folgen beherrschbar und handhabbar oder hätte man sich wegen ihres grossen und langfristigen Risikos vernünftigerweise nicht auf sie einlassen lassen sollen? ... verblüffend, eine wie klare Anleitung zum Handeln bereits vor einiger Zeit der Philosoph Hans Jonas in seinem Buch „Prinzip Verantwortung“ (1979 !) gegeben hat?

Vom "Gott der Philosophen"

JONAS schnipsel 226 PLATON
Der platonische Eros, auf Ewigkeit und nicht auf Zeitlichkeit ausgerichtet, ist für seinen Gegenstand nicht verantwortlich. Das in ihm Angestrebte ist ein überlegenes Was, das nicht „wird“, sondern „ist“. Ein solches aber, dem die Zeit nichts anhaben kann, dem nichts widerfährt, kann nicht Gegenstand von Verantwortung sein. ...(225: (es) kann das Eigentliche, worauf der Mensch hinzustreben hat, gar nicht in der >>Horizontale<<, im Fortgang des Zeitlichen, sondern muss in der >>Vertikale<<, im Ewigen gesehen werden.)...
Verantwortlich kann frau/man nur für Veränderliches sein, für das von Verderbnis und Verfall Bedrohte S. 226 in: PV (prinzip verantwortung)

philosophische kritik

JONAS schnipsel 227f KANT
die Achse der Annäherung ist von der Vertikalen zur Horizontalen heruntergeklappt … das angestrebte Ziel liegt in der Zeitreihe … hier wird also dem äußeren Geschichtsverlauf anvertraut oder zugemutet, was im platonischen Schema dem inneren Aufstieg des Individuums aufgegeben war … (aber) die Zeit … gehört (bei Kant) nur zur phänomenalen Welt … und von deren Kausalität ist nicht zu erwarten, dass sie die im >>höchsten Gut<< geforderte Koinzidenz von Glückseeligkeit und sittlicher Würdigkeit dazu … als Allgemeinzustand herbeiführt … die Säkularisierung ist hier noch halbherzig S. 227 in: PV (prinzip verantwortung)

diesseitig Philosophieren


JONAS schnipsel 228 HEGEL

Erst Hegel tat den Schritt zur radikalen Immanentisierung. Die regulative Idee wird über die Köpfe der Wollenden und Handelnden hinweg konstitutiv und die Zeit, keineswegs bloße Erscheinung, zum echten Medium ihrer Verwirklichung, die durch die Selbstbewegung der Idee geschieht. Die >>List der Vernunft<< waltet nicht von außen, sondern durch die Geschichtsdynamik selbst
S. 228 in: PV (prinzip verantwortung)



JONAS schnipsel 228f MARX

bei Marx dann: das berühmte vom Kopf auf die Füße Stellen der Hegelschen Dynamik(1873 : siehe Marx-Engels-Werke 23, S. 27) und damit die Einschaltung bewussten Handelns ... beim revolutionären Schub. Die List der Vernunft fällt endlich mit dem Wollen der Akteure zusammen... Und obzwar die jetzt ihr Mandat sehend übernehmenden Akteure der Revolution nicht die Richtung des Prozesses bestimmen, so können sie doch Hebammendienste leisten. Hier zum ersten Mal wird Verantwortung für die geschichtliche Zukunft … auf die ethische Landkarte gesetzt und schon deshalb muss der Marxismus immer wieder zum Gesprächspartner in der Bemühung um eine Ethik geschichtlicher Verantwortung werden

JONAS schnipsel 7 JONAS

dies nenne ich >Heuristik der Furcht< : Erst die vorausgesehene Verzerrung des Menschen verhilft uns zu dem davor zu bewahrenden Begriff des Menschen. Wir wissen erst, was auf dem Spiel steht, wenn wir wissen, dass es auf dem Spiel steht.

JONAS schnipsel 8 JONAS
Da es … nicht nur um das Menschenlos, sondern auch um das Menschenbild geht, … so muss die Ethik … über die … Klugheit hinaus eine solche der Ehrfurcht sein.“ pv 8 Damit werden Kants Unterscheidungen von Verstand (Klugheit) und Vernunft und insbesondere Bezüge zur „3. Kritik“ aktiviert.

Chris MW regt an: Du solltest noch genauer auf den Gegensatz zw überlieferten Moraltheorien, die auf Liebe und Ehrfurcht basieren und der von Jonas geforderten neuen, der Ethik der Verantwortung eingehen und hervorheben, dass diese auf der Macht (Wissen) beruht, die die Verknüpfung von Wollen und Sollen ist ; meiner Meinung nach kennzeichnet das besonders gut Jonas Forderung nach einer neuen Ethik, eben 'Prinzip Verantwortung'. STIMMT

menschliches Können / Selbstkontrolle

JONAS Schnipsel 9 pv 232 f

Nur beim Menschen ist die Macht durch Wissen und Willkür vom Ganzen emanzipiert und kann dem Ganzen (und damit auch sich selbst) verhängnisvoll werden. Menschliches Können ist unser Schicksal und wird immer mehr zum allgemeinen Geschick. Darum erhebt sich bei uns Menschen aus dem Wollen das Sollen als Selbstkontrolle unserer bewusst eingesetzten Macht... Das erste Gebot: nicht das Erreichte ... durch die Art seiner Nutzung zu verderben ! … Das also, was Wollen und Sollen überhaupt verknüpft, die MACHT , ist ebendasselbe, was Verantwortung ins Zentrum der Moral rückt.

Fortschritte in der Vermeidung menschlichen Unglücks -
Aufklärung zum Glück ?


HAMPE 2009: p.83f

… eine nackte Tatsache, an die heute nur noch wenige Philosophen glauben wollen, es sei denn, sie haben sie selbst im Bauch und der Schmerz zwingt sie, sie als gegeben hinzunehmen und dadurch unglücklich zu werden … erkenne ich (die Tatsache) an, so kann ich beginnen, etwas (da)gegen zu unternehmen... Denn ich will nicht unglücklich sein. Was ich dagegen tun kann, hängt von (menschlicher) Macht ab... Die Fähigkeit zu erwerben, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, um dann die Macht aufzubauen, sie so zu verändern, wie wir sie haben wollen, ist das Problem, das zu lösen ist, wenn man Fortschritte in der Vermeidung des Unglücks machen will. Das sind die zwei Schritte auf dem naturwissenschaftlich-technischen Weg der Aufklärung zum Glück.

Samstag, November 05, 2011

Methoden Philosophischer Praxis

http://streaming.uni-konstanz.de/talks-events/philosophische-praxis/

Eine philosophische Praxis
Vortragende

PD Dr. V.M. Roth

Dr. Florian Huber

Detlef Staude

Dr. Anette Fintz

Martina Bernasconi


WAS IST eine PHILOSOPHISCHE PRAXIS ?

Am 9.4.2011 stellten 2 Philosophinnen und 2 Philosophen ihre Philosophische Praxis vor und das, was dort geschieht – mit Methode? Moderation: PD Dr. Roth, Fachbereich Philosophie / Siehe auch: www.philopraxis.ch

Freitag, Februar 11, 2011

"Suche nach Sinn" Berner PhiloCafé

12. 2.2011 14-16°° Schloss Bümpliz Turm
"Nichts was im Leben wichtig ist" - Auf der Suche nach Sinn
Was ist wichtig in unserem Leben? Ist überhaupt etwas wichtig? Ist es sinnvoll, „Gutes“ zu tun oder sich zu befreien und verantwortlich zu handeln? Und was bleibt nach der grossen Befreiung? ‒ Die Frage nach dem Sinn im Leben ist so alt wie die menschliche Selbstbesinnung, doch nur selten wurde sie so radikal und aktuell gestellt wie im Roman von Janne Teller Nichts was im Leben wichtig ist. Er wird im literarisch-philosophischen Café kurz vorgestellt. Anschliessend erklimmen wir in der Diskussion gemeinsam den „Berg der Bedeutung“.
Einführung und Moderation: Detlef Staude (philocom Philosophische Praxis)

Der Eintritt beträgt 20 Franken.