Donnerstag, Mai 28, 2020

HAMPE2020, 7. Sitzung am 5.Juni, 19 h bei Jan ab 88 ==> HIMALAYA

wer weiter WALDEN hören will: https://www.youtube.com/watch?v=rr4mYvUlZBg&t=790s

Das ist Lesung 2 und illustriert Thoreau´s Hausbau plastisch, poetisch und mit Philo Betrachtungen zur Selbständigkeit.
Und ich empfehle
(aus dem Nachlass Thoreaus / New York Public Library)
 
Das handgeschriebene fragmentarische MS wurde gut in einer Truhe verwahrt & schlummerte dann lange unveröffentlicht. Deutsche illustrierte Ausgabe erst vor Kurzem erschienen.
 
S. 9 oben: "In Wahrheit … eignen sich die vortrefflichsten Früchte … nicht zur Handelsware … ihr Genuss lässt sich nicht kaufen."
 
 

Montag, Mai 25, 2020


 28. Mai HAMPE2020 ab S. 74 Walden Pond

"Cute little hut, in which Thoreau wrote -  about a simple life"

https://www.bing.com/videos/search?q=thoreau+walden&docid=608029835424303034&mid=1869BBC054BE2EBD7C591869BBC054BE2EBD7C59&view=detail&FORM=VIRE
und übrigens:
THOREAU vorgelesen WALDEN 

Wir befinden uns im Hinterland von Boston (und N.Y.). Harvard ist nicht sehr weit. Und von der Waldhütte am See (vom Schreibpult im Morgenlicht zu sehen) lässt sich ein Spaziergang ins Städtchen Concord machen …
"Leben im Walde" (Leben in der Waldhütte am Schreibpult mit  Blick auf Badebucht) ist für Thoreau 1845-47 weniger WILDNIS als für McCandless 1992 in Alaska (ohne Menschenkontakt).

Thoreau knüpft an Stoische Überlegungen auf seine Weise an.
(gemäßigt)
EIN MOTTO
 
Christine gab mir ja je 3 x Gedrucktes zu/von Emerson und Thoreau mit. Auch biographisch  & politisch-kulturell spannend.
In einer Sammelbeilage zum philosophieMAGAZIN Nr 35 (2017) wird an den 200. Geburtstag von David Henry THOREAU erinnert mit einem Auszug aus "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat" (1849). In den USA ist Sklavenhalterei noch eine legale PRODUKTIONSWEISE.
Im Vorwort von Dieter Thomä (der sich ja mit "Philosophie des Störenfrieds" (Puer Robustus 2016) beschäftigte) heißt es: Thoreau war "ein wahnsinnig schräger Typ, ungehobelt, ungesellig, radikal im Denken wie im Leben". Selbstaussage: "Die ganze NATUR ist meine Braut" & "Den größeren Teil von dem, was meine Mitbürger gut nennen, halte ich innerlich für schlecht - und wenn ich irgendetwas bereue, so ist es höchstwahrscheinlich mein gutes Betragen".
 
Der 14 Jahre ältere Emerson ist aus Boston, Er war nach Studium in Harvard unitarischer Pfarrer, wurde wegen Freigeisterei, Pantheismus, ... amtsenthoben. Seine erste Frau starb 1831 mit 19. Er machte 1832 eine ausgiebige und ergiebige Europa-Reise.  1835 heiratete er wieder & zog mit seiner zweiten Frau ins gut gelegene Concord. 1836 erschien sein Essay NATURE und gilt bald als Manifest des NEW THOUGHT "transcendentalist movement". Die erste Ausgabe  hat ein Plotin-Motto: Nature … does only do, but not know. 1849 ist ein eigenes Gedicht dazugesetzt:
 
EINE FEINE KETTE ZAHLLOSER RINGE
VERBINDET DIE NÄCHSTEN UND FERNSTEN DINGE
 
DER BLICK LIEST OMEN WOHIN ER AUCH FÄLLT
DIE ROSE SPRICHT ALLE SPRACHEN DER WELT
 
UND DURCH DIE SPIRALE DER FORMEN AUF ERDEN
WINDET DER WURM SICH ZUM MENSCHEN ZU WERDEN 
 
Neu übersetzt von Harald Kiczka (diogenes / ZH 1982
Vision des selbstgebackenen Güttinger Nussbrots
 
Treffen 19 h bei Marianne
 
Passend zum Inhalt, in Melvilles Erzählung Die Galerie (1856) blicken wir vom gedeckten Tisch in Allensbach auf die Insel. "Ein Gärtner, der den tag über auf einem Acker gepflügt, gesät oder geerntet …, wird nicht auch noch am Abend diese Orte seines Schuftens kontemplieren wollen...Fischerhäuser haben selten ein großes Fenster zum See hin." (leichte Anpassung vmr). Es geht im Text um Idealisierungen (77) - Distanzen (räumliche, zeitliche wie kulturelle und soziale). Melville konterkariert die Naturphilie seiner Zeitgenossen Emerson und Thoreau und kehrt obendrein die Lichtmetaphorik aus Platons Höhlengleichnis um.
In dem Roman Moby-Dick werden nach Hampe ebenfalls unterschiedliche Distanzen thematisiert. Es zeigen sich in der Diskussion zwei weitere Aspekte. Ich verstehe erst einmal nicht, warum ein Wal hier ein "tödliches Maul" unter dem Wasser verbirgt. Jan klärt auf: es handelt sich um einen Zahnwal. Er wird uns am 5.6. einen solchen Zahn zeigen: "So wie der in einen lüsternen Stier verwandelte Zeus (im Europa-Mythos vmr) sich ganz in schöne Natur verwandelt zu haben scheint, erscheint auch Moby-Dick zunächst als ein zauberhaftes Meereswesen." Doch aus der göttlich erhabenen Natur (aus sicherer Entfernung betrachtet) wird dann in der nächsten Nähe Zerstörung des kleinen Walfangbeiboots, das der eingeholte Wal "einfach zerbeißt" (83).


Sonntag, Mai 24, 2020

21. Mai  Einstieg  HAMPE S.64 mit Emerson NATURE

(in einem Essay aus der Studienzeit in Cambridge der Romanfigur Moritz Brandt)
vgl. dazu den Rückblick S. 97 ff.
Sein Mitarbeiter Thoreau am Walden-See in selbstgebauter Hütte, einfaches Leben,
doch nicht isoliert. Wir ließen unseren Gedanken freien Lauf und kamen bis s. 74

Donnerstag, Mai 14, 2020

14. Mai DIE WILDNIS
      Änderung der Sicht
...wir waren Michael HAMPE am 7.5. gefolgt bis "zeitweise Transformation des … beschränkten Selbst" (55)

Was treibt in die Wildnis?
Eine australische Kollegin bricht (9 Jahre nachdem Grit und Mike in Sydney und an der Ostküste unterwegs waren) - 1985 solo in den abgelegenen Kakadu-Nationalpark "bei" Darwin auf, um ein "Felsenkunstwerk der Aborigines" zu besuchen. Die einheimischen Gagadu hatte sie nicht kontaktet und um Zustimmung gebeten: für die Einheimischen handelt es sich um "a sacred place".
   wiki weiß:
Der Kakadu-Nationalpark wurde wegen seines herausragenden natürlichen und kulturellen Werts in die Liste der UNESCO sowohl als Weltnaturerbe als auch als Weltkulturerbe aufgenommen. Der Park enthält eine der schönsten und umfangreichsten Sammlungen von Felsmalereien der Welt – ein Hinweis darauf, wie lange schon die Verbindung der Ureinwohner mit diesem Gebiet währt.
Im Park befinden sich großartige Landschaften, von den wild-rauen Sandsteinflanken des Hochplateaus über die weitläufigen Waldgebiete bis zu ausgedehnten Feuchtgebieten. Der Nationalpark schützt auch das gesamte Einzugsgebiet eines großen subtropischen Flusses, des South-Alligator-Flusses, und Beispiele aller Habitatarten des Top Ends von Australien.
Der Park ist eine Kulturlandschaft, der nach dem Glauben der Ureinwohner deren spirituelle Vorfahren in der Schöpfungszeit („Creation Era“ / dream time) Gestalt verliehen: Sie durchwanderten das Land und schufen auf ihrer Reise die Landschaftsformen, Pflanzen, Tiere und ... (Menschen). Sie lehrten diese ..., wie sie leben und wie sie das Land pflegen sollten. Der Park wird jetzt von seinen traditionellen Eigentümern, den Aborigines, und den Mitarbeitern von „Parks Australia“ gemeinschaftlich verwaltet. Sie streben an, die Interessen der traditionellen Eigentümer zu schützen, das Kulturerbe des Parks zu bewahren und Besucher des Parks anzuregen, von seinen Angeboten mit Respekt vor der Natur und der Tradition der Ureinwohner Gebrauch zu machen.
 
Val Plumwood was an Australian philosopher and ecofeminist known for her work on anthropocentrism. From the 1970s she played a central role in the development of radical ecosophy. Working mostly as an independent scholar, she held positions at the University of Tasmania, North Carolina State University, the University of Montana, and the University of Sydney, and at the time of her death was Australian Research Council Fellow at the Australian National University (Canberra).
Val was born 1939, near a Northern Sydney National Park, she was devorced from her second husband 1981. Sie hat seit ihrer Kindheit ein naturnahes Leben geführt. 1985 ist sie Mitte 40. (Sie stirbt 2008 nach einem Schlaganfall) Sie hatte sich von einem Wächter/Ranger des Nationalparks ein Kanu ausgeliehen. "Normalerweise" werden Kanus von den Salzwasserkrokodilen nicht attackiert …
                                                                                    

 
Hampe leitet diesen Teil III im Abschnitt DIE WILDNIS ein durch eine Abgrenzung vom Teil II, wo jemand (Chris McCandless) gewagte Sachen unternimmt.  Die Brücke ist aber das Allein-Natur-Erleben. Chris verspricht sich (nach Hampe) Transformation und "spirituellen Sprung". Für Val wird als Reisegrund (vielleicht etwas verharmlosend) angegeben "den Genuss von Natur mit dem Genuss von Kunst zu verbinden". Aber siehe oben Plumwoods Kritik am Anthropozentrismus seit den 1970ern.
 
Es fällt mir auf, dass es keine inhaltlichen Hinweise gibt auf die Beschaffenheit der von Val gesuchten Felsmalerei, auch keine Abbildung. Der knappe Bericht: verschlechterte Sicht durch Regen und Starkwind lässt Val den Felsvorsprung mit Bild nicht finden. Vielleicht muss man nachsehen in: Val Plumwood,  Opfer sein, Berlin: Matthes und Seitz 2018? (Oder direkt in: ‘Being Prey’ in Terra Nova, Vol. 1, No. 3 Summer, 1996, pp. 32-44).
Zeitschrift: Dritte Natur, Technik, Umwelt, Kapital. Im Editorial der ersten Ausgabe vom Sept. 2018: "Wenn unsere Zeitschrift von einer »dritten Natur« spricht, eröffnet sie einen Raum, in dem Rückkopplungseffekte, Konflikte und Gleichklänge zwischen Natur und Kultur auf unterschiedlichen Ebenen verhandelt werden. Dritte Natur möchte Debatten aufnehmen, begleiten und anstoßen, die durch unseren Eintritt ins Erdzeitalter Anthropozän dringlich geworden sind. Deswegen diskutiert ihre erste Ausgabe genetisch aufgerüstete Kartoffeln in Samenbanken, kapitalistisches Wirtschaften als Haushaltsführung der Erde und Zusammenhänge zwischen Vulkanismus und Internet.
Wir befassen uns mit Krokodilen, twitternden Bäumen und klassischem Nature Writing." Ich fragte nach und erhielt umgehend diese Antwort:

 

Dritte Natur MSB, Steffen Richter dritte-natur@matthes-seitz-berlin.de

 
 
                          an SinnPhiloPraxis
Lieber Herr Roth,
 
Val Plumwoods Beitrag war aus urheberrechtlichen Gründen von der Website verschwunden, nun ist er zumindest im Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 1 wieder sichtbar – danke für den Hinweis!
Michael Hampe muss sich aber mit seiner Seitenangabe auf die Druckausgabe der „Dritten Natur“ beziehen, dort steht der Text S.55-67.
 
Zurück zum Text von Hampe, der Plumwood, Opfer sein zitiert: "Blitzartig erblickte ich die Welt zum ersten Mal von außen, als eine Welt. die nicht die MEINE (hervorgehoben von Hampe) war, eine nicht wiederzuerkennende, trostlose Landschaft ungeschlachter Notwendigkeit, meinem Leben oder Sterben gegenüber gleichgültig." (58 im zitierenden und im zitierten Text) 
In Hampes Darstellung wird dann der eingangs angesprochene "Genuss von Natur verbunden mit dem Genuss von Kunst" reformuliert als "im Boot beschaulich durch Seerosenfelder und unter bunten Vögeln dahinzugleiten, sie aus der Distanz zu genießen … und schließlich ein Wandbild (die gesuchte Felsenmalerei V.M.R) zu studieren" (62). Was macht diese Malerei für die Philosophin 1985 interessant? Könnte dies uns verständlich machen, warum sie trotz ungünstigen Wetters den Versuch macht zum Felsenkunstwerk vorzustoßen? Wir erfahren es in diesem philosophischen Roman "Über das wirkliche Leben" nicht. Der philosophierende Autor konzentriert die Darstellung auf  INTENSITÄT des Lebensgefühls und ein Sich-Sehnen von uns Zivilisierten auf Erleben der Unmittelbarkeit der wilden Natur (63) Dieser Unterabschnitt III ENDET MIT EINER KRITISCHEN Zwischen-Reflektion: "Der zivilisierte Mensch existiert für sich selbst nur sozial vermittelt. Wer SICH SELBST (meine Hervorhebung V.M.R.) vermeintlich unmittelbar kennenlernen will* (wenn es da denn überhaupt etwas kennenzulernen gibt), muss deshalb in die Wildnis, und zwar allein." (64)
~~~
*Davon war in dem vorausgehenden Bericht über Vals unvorhergesehenes Widerfahrnis im Alligator River des Northern Territory in Australien aber gar nicht die Rede. SIE wollte nicht …
               *~*
         (Beute sein)
Being prey – by Val Plumwood
Männliche Salzwasserkrokodile werden deutlich länger als das geliehene Kanu
 
In the early wet season, Kakadu’s paperbark wetlands are especially stunning, as the water lilies weave white, pink, and blue patterns of dreamlike beauty over the shining thunderclouds reflected in their still waters. Yesterday, the water lilies and the wonderful bird life had enticed me into a joyous afternoon’s idyll as I ventured onto the East Alligator Lagoon for the first time in a canoe lent by the park service.
“You can play about on the backwaters,” the ranger had said, “but don’t go onto the main river channel. The current’s too swift, and if you get into trouble, there are the crocodiles. Lots of them along the river!”
I followed his advice and glutted myself on the magical beauty and bird life of the lily lagoons, untroubled by crocodiles. Today, I wanted to repeat that experience despite the drizzle beginning to fall as I neared the canoe launch site. I set off on a day trip in search of an Aboriginal rock art site across the lagoon and up a side channel. The drizzle turned to a warm rain within a few hours, and the magic was lost. The birds were invisible, the water lilies were sparser, and the lagoon seemed even a little menacing. I noticed now how low the 14-foot canoe sat in the water, just a few inches of fiberglass between me and the great saurians, close relatives of the ancient dinosaurs. Not long ago, saltwater crocodiles were considered endangered, as virtually all mature animals in Australia’s north were shot by commercial hunters. But after a decade and more of protection, they are now the most plentiful of the large animals of Kakadu National Park. I was actively involved in preserving such places, and for me, the crocodile was a symbol of the power and integrity of this place and the incredible richness of its aquatic habitats.
After hours of searching the maze of shallow channels in the swamp, I had not found the clear channel leading to the rock art site, as shown on the ranger’s sketch map. When I pulled my canoe over in driving rain to a rock outcrop for a hasty, sodden lunch, I experienced the unfamiliar sensation of being watched…

Read the rest of Val’s account here (word doc 45kb)
Val’s 2008 obit article here (word doc 27kb)
  1. What a fraud!

  2. SimonO on said:      

    most Australians are indifferent or uninformed about indigenous life and take no thought about the place of humans in nature, and are comfortable with that too. Perhaps that even looks like gentrified goodwill or a neutral non-engagement – many do not meet aboriginal people in daily life, or experience the seasons in a bodily way.
    Recent floods seems so shocking not least because we have lost that daily contact with nature, call it respect-acknowledgement at a cellular level.
    Val didn’t much seem to listen to what others told her to do – specially those who want to mediate her reality. She wasn’t indifferent, and she didn’t ‘tolerate’ – instead tried to make sense of the world on her terms. Often enough at her personal cost too.

  3. FWIW that person used her crass stupidity to carve a career in intellectual fraud. Are you speaking for the “other” aka “in the fashion of” Zohl de Ishtar?

  4. for you Val was crass and stupid, and a fraud who carved a career out of that too.
    I guess we will differ on the value of her contributions

  5. 4 spam comments removed from this post

  6. omg crazzzyy story… i just cant believe and she loveddd the gators which is sooo touching

  7.  
  8. Pingback: Being Prey Commentary | Digital-Literature.org
  9. Pingback: Another Post About Gorillas, Zoos, And Children Falling Into Exhibits…Sort Of | Amy Leask






  •  

 
Die Diskussion in der Gruppe betraf den Kampf (Mensch des Menschen Wolf), Zurückweisung der Rede vom "Bezwingen" der Natur bei naturnahem Sport (Wildwasser) und die gute Vorbereitung, Kontrolle der eigenen Handgriffe, das Einschleifen richtigen Vorgehens beim Klettern, bei TourenSki(ab)fahrten, bei Segeltörns, Fahrten durch Furten usw. - Selbsterfahrungen.
 
 Nächster Termin 21.5. 16 h bei Marianne: Hampe ab 64 

Donnerstag, Mai 07, 2020

7. Mai 2020
Stoisch

 
Wir werden heute einsteigen in DIE WILDNIS. In dem "philosophischen Roman" (388)
wird die Gliederung narrativ fingierend zurückgeführt auf den zur alten Cambridger
 Philosophin  Dorothy geschickten Nachlass von Moritz Brandt, in dem sich 3 "sehr lange"
Texte mit den Titeln WILDNIS, SEELE, NICHTS befinden.
 
 

 
 
Ein Morgen
mit Mondenschein
 
Auf zur narrativ vorgetragenen Naturphilosophie!
 
 https://de.wikipedia.org/wiki/Transzendentalismus: Mitte 19. Jahrhundert "Der amerikanische Transzendentalismus vereinigte – auf der Grundlage der Transzendentalphilosophie des deutschen Idealismus – Einflüsse der englischen Romantik, mystische Vorstellungen und indische Philosophien. Mit seiner optimistischen Weltsicht wandte er sich sowohl gegen dogmatische Religionen als auch gegen materialistisches und übertrieben rationalistisches Denken. Die Transzendentalisten traten für eine freiheitliche, selbstverantwortliche und naturzugewandte Lebensführung ein. Von ihnen gingen wesentliche Impulse für die Sklavenbefreiung (Abolitionismus), die Entstehung der Frauenbewegung und der Naturschutzbewegung aus."
 Nach dieser Anmerkung zu S. 48, wo Christopher McCandless sich aufmacht 1990 "into the wild"...
 
Sprung zum sooooooooooooooooooooooooolangen Lesetisch im Glashaus, das mal Gewächshaus war. Natur-Kultur. Epikur und sein philosophischer Garten. Ermahnung des Epiktet (72), obiges  Bild mit Text: "Behalte im Gedächtnis …" - damit fingen wir an gegen 10. Die Sonne machte das geräumige Glashaus hell. Und gegen high noon auch heiß auf sonnigen Plätzen.
Ich las dann das Nachwort vor (388ff) und wir nahmen den Faden wieder auf: warum "Narrative Philosophie"? Hampe nennt hier sein Buch: "dieser philosophische Roman" und spricht (389) von der Anwendung von "Methoden der narrativen Philosophie" in der Verfolgung der Suche nach dem "wirklichen Leben". Der Autor Wolfram Eilenberger, dessen Text ZEIT DER ZAUBERER
wir 2019 besprachen, wird als ein Gesprächspartner erwähnt im Zusammenhang mit einem "literarisch-philosophischen Arbeitskreis".
 
Die philosophischen Themen werden durch fiktive Einträge in zwei Archiven ausgebreitet. Wir begannen (39)  mit archiviertem Text von Moritz Brandt aus seinem Studienaufenthalt in Cambridge, vom Computer KAGAMI im Deutschen Literaturarchiv Marbach (nördlich Stuttgart) gefunden. Beim Treffen mit seiner Professorin Dorothy Cavendish wurde Coleridge (gest. 1834, Highgate / London) diskutiert, englischer romantischer Dichter, Literaturkritiker, Theologe und Philosoph. Das Gespräch mit Dorothy findet der Student "extrem erhellend" (40): Natur immer SPIEGEL (menschlicher Wünsche und Befürchtungen). Eine Schlüsselstelle. Nennen wir dies Natur1. Im Cambridger Gespräch wird vereinbart, diesen Aspekt bei Emerson und Thoreau weiterzuverfolgen.
Im darauf folgenden retrospektiv entstandenen Text der Professorin, den Kagami als Digitalisat im Archiv des College aufgestöbert hat, werden einige der Texte von Moritz Brandt unter "spekulative Philosophie" eingeordnet und in unserem Kreis wird gefragt, was das wohl sei. Nun, es ist die Hauptrichtung der Philosophie zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Wenn zum Beispiel HEGEL in Abgrenzung vom alltäglichen "natürlichen Bewusstsein" über sein Philosophieren schreibt, dann charakterisiert er es als "spekulativ" - erst später bleibt hiervon nur die negativ konnotierte Bedeutung übrig.
 
Ab (43) Die Wildnis. Teil I aus dem schon erwähnten titelgebenden Text von Moritz Brandt. Sprung vom Mount Everest zu Kants "Kritik der Urteilskraft" und dem Erhabenen. "Erhabenheit hat mit Überwältigung zu tun". Nach Kant wirkt erhabene Natur2 gleichsam gewalttätig "auf unsere Einbildungskraft" und in der Natur2 (der Wildnis ausgesetzt) kann es für Menschen gefährlich werden - bis zum Verlust des Lebens durch rücksichtslose Naturkräfte (44). Dies steht im Kontrast zu "Naturregionen, die nicht überwältigen, sondern einzuladen scheinen" (Natur1a  oder 3 ?).
 
In Teil II (weiter Text von Moritz Brandt) taucht dann "der 22-jhge ... Christopher McCandless" auf  (48) und mit ihm ein Geflecht von Narrativ und Philosophieren. Leider passt die Angabe von Anm.8 nicht auf meinen Jon Krakauer Text. Ich schrieb inzwischen ein mail:

 

Volkbert Mike Roth sinnphilopraxis@gmail.com

 
 
Liebe Victoria Laszlo,

in der SinnPraxis Bodensee hat eine Diskussionsgruppe begonnen, "Die Wildnis, die Seele, das Nichts" zu diskutieren. Da im Nachwort vermerkt ist, dass Sie das Literaturverzeichnis erstellt haben und den Text auch korrigierten, wende ich mich an Sie. (Ich bin Privatdozent an der Uni Konstanz)
Betrifft: Erster Tag
S. 48 gibt es Anm. 6 - darin wird (siehe 392) VERWIESEN AUF
"Into the Wild" und zwar die Ausgabe "London 2007"
nun wurde das Original wohl bei Villard (N.Y.) 1996 veröffentlicht und 1997 erschien bei Piper (München/Berlin) eine deutsche Ausgabe.
Ich habe vor mir (leider nur) die Lizenzausgabe der BÜCHERGILDE von 2020. In ihr finde ich das Zitat in HAMPE 2020-S.52 oben auf 259.
In der Anm. 12 wird auf 167 verwiesen. Ist das wirklich eine Stelle in der Londoner Ausgabe -

doch woher stammt der deutsche Text?- "Meist übersetze ich selbst" (M. Hampe) "Das ist das Exemplar, lieber Herr Roth, das ich benutzt habe. Das deutsche ist in meinem Büro, …"
Einige Tage später: Ich habe nun diese National Bestseller- Ausgabe und verstehe, dass Michael Hampe an wichtigen Stellen selber (und genauer) ins Deutsche überträgt. Das betrifft auch den Text  (s. 167 engl. / 241 deutsch) von Chris "I am reborn … Real life has just begun" ,  der den Untertitel von Hampes Buch "Über das wirkliche Leben" vorformuliert. In der gedruckten deutschen Ausgabe steht : "Das wahre Leben …". Gegen Ende seines nur noch kurzen Lebens liest Chris Tolstois FAMILIENGLÜCK zu Ende und streicht an: "dass es im Leben nur ein unzweifelhaftes Glück gebe: für einen anderen zu leben." (243) - "the only certain happiness in life is to live for others" (168).
(20% des Erlöses von Krakauers Buch fließen in ein Stipendium
Er hatte vorher Thoreau, WALDEN gelesen. (Auch auf der  Leseliste von Moritz Brandt)
 
                                                             * * *
S. 50 ist von Unreinheit des Lebens in der "gewöhnlichen Welt" die Rede und zugespitzt vom "nicht wirklichen Leben". Für die Ernsthaften ist "von Menschen unangetastete wilde" (51) Natur4 bzw. 2: "rein" und  reinigt den, der sich möglichst unbewaffnet der Wildnis (reiner Natur) aussetzt und dies überlebt. (Eine Deutung des  Autors HAMPE?) Im Unterschied zur menschlichen Welt, aus der Chris kommt, gelte von der nichtmenschlichen Natur:
  . "ihre Wirklichkeit ist nicht verhandelbar" - und Hampe spricht von 
 der Hoffnung auf einen "spirituellen Sprung (spiritual leap)" /ohne Anmerkung/ in der erfahrenen Grenzsituation (51 unten: "Fast-Sterben und dann Überlebthaben ist das Stärkste, was wir spüren können." (Dies ist aber nicht McCandless, sondern Zitat Messner, s. 393)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Es wurde wacker diskutiert und wir ließen uns Zeit, kamen bis zum Ende des Teils II von DIE WILDNIS (55). Kommendes Treffen 14.5. DO um 18.30 bei Klaus
 
 

 


Mittwoch, Mai 06, 2020

TEXTE philopraxis.ch

Philosophische Beratungspraxis und der systemische, konstruktivistische Ansatz

„Systemische Therapie & Beratung“ ist wohl z.Zt. eine der meistgewählten Ausbildungsrichtungen im psycho-sozialen Bereich (wozu ich auch die philosophische Praxis zähle). In der lösungsorientierten, konstruktivistischen Ausprägung des „systemischen“ Vorgehens dienen auch die sein Leben begleitenden Erörterungen des austro-britischen Sprachphilosophen  Ludwig Wittgenstein über soziale Sprachhandlungen, die er (Ernstes meinend) „SPRACHspiele“ nennt, zur Anregung  eigner Fertigkeiten , dabei zu helfen, Lebensprobleme in einer Weise zur Sprache zu bringen, die ihre Auflösung befördert. (Mein Bezug auf Steve de Shazer)
Freilich gibt es eine Vielfalt von Ansätzen – in der Psychotherapie, im systemischen Vorgehen und auch in der philosophischen Praxis.
Martin Heidegger etwa, ein kontinentaler Antipode zum Zeitgenossen Wittgenstein, gilt einigen Theoretikern Philosophischer Praxis (vgl. igpp.org) als erleuchtender Vordenker. Doch wie will man/frau Beratungen in einer DenkPraxis (so nennt die Basler Kollegin Martina Bernasconi treffend die ihre) – motivieren / begründen, wenn es im Text „Was heißt Denken?“ (Tübingen 1954, p. 161) heisst:
„ 1. Das Denken führt zu keinem Wissen wie die Wissenschaften.“ ABER: wie steht´s mit der Logik? „2. Das Denken bringt keine nutzbare Lebensweisheit.“ ABER: wie steht´s mit der Ethik? .
 „4. Das Denken verleiht unmittelbar keine Kräfte zum Handeln.“
Ist Philosophische Praxis „nur“ -  die fehlende Vermittlung zwischen Denken und den anderen Lebensäusserungen?
Gelingende Philosophische Praxis (frei nach dem letzten Satz der schmalen „Jugend“-Schrift Wittgensteins: Tractatus logico-philosophicus, Ffm) im Blick zurück: „Worüber man nicht reden konnte, darüber musste man schweigen.“  Und schweigend daran leiden. Eine Philosophische Praxis sucht auf, wer nicht länger so sprachlos bleiben will. Im ersten „Angebot“ seines Evolutionären Humanismus (Aschaffenburg 2006, p. 156)    formuliert der 1967 geborene Michael Schmidt-Salomon: es kommt darauf an, das Leid in der Welt zu mindern. Philosophische Praxis ist eine Weise, dies zu versuchen.
              Volkbert M. Roth sinnphilopraxis@gmail.com

Montag, Mai 04, 2020

PHILOSOPHIZE!
POST SCRIPT
The Organizing Committee of the 16th ICPP decides to postpone the conference to July 27-30, 2021. "In order to meet the wishes of some participants, the conference organizing committee plans to organize several online events  28. - 31. of July, 2020. This will be a small micro-conference in remote mode. It will be our symbolic response to the pandemic situation, a sign that we are always ready to communicate (albeit virtually) despite the difficulties." (Sergey Borisov)

We are completing/editing an interactive READER in May 2020, Roth & Hein (eds.)
Нижний Новгород   KONSTANZ
Norderstedt (Books on Demand, BoD)

Samstag, April 04, 2020

Quarantäne beachtend 4.4. 20 20

Treffen im sehr kleinen Kreis. SinnPraxis im Glashaus. Klaus trägt aus Arnold Stadler, Was ist Glück? (Düsseldorf: Patmos Verlag 2018) einen Text zu Martin Heidegger vor.
"Schmerz als Grundriss des Seins" ?  Bayrische Akademie der schönen Künste …
Ausholend:
https://www.youtube.com/watch?v=bySLt5TUBzU
 MH schrieb SuZ nicht in dem Sinn wie Stadler glauben machen will "weil er musste" (ohne äußere Veranlassung und über das Werk hinausgehende Absicht) - er wurde dringlich dazu aufgefordert (aus "Blitz"-Karieregründen) im Uni-Betrieb. Ist er ein Philosoph? Eher ein Studierende beeindruckender Redner? Liegt seine Bedeutung in "Predigt" mit anderen Mitteln? Schmerz-Angst-Memento mori? Ein Prosa-Poet?
Hinweis auf Heidegger 1955 Gedenkrede Conradin Kreutzer("Das Schicksal setzt den Hobel an …)
über Leben im "Atomzeitalter" Gedenken und Gedankenlosigkeit
TON 1955 GeDENKfeier Meßkirch Ma Hei

Mike liest die "Leseanleitung" von Michael Hampe zu Wildnis-Seele-... (München: Hanser 2020) -  
Klaus zählte achtsam acht Tiere (auf dem "Schutz"Umschlag)
 
In unserer Diskussion fand  eine Passage über "situative Weisheit" besondere Beachtung und müssten wir -in Kontrast dazu- "aus der Tatsache, dass wir in der Natur alle miteinander verbunden sind"  … die "Konsequenz ziehen, uns auch sozialen und politisch miteinander zu verbinden"? 
 
Was heißt das in Zeiten von bedrohlicher Erderwärmungstendenz und aktueller Pandemie?

Samstag, März 14, 2020

Dienstag, März 10, 2020

 

READER FOR ICPP 2020 St. Petersburg

 


Getting Ready

Montag, März 09, 2020

D E N K R E I S E  2 0 2 0

Philosophische Woche ISTRIEN 7. - 11. September

Adornos MINIMA MORALIA mit Ausflügen zu AUCH EINE GESCHICHTE
DER PHILOSOPHIE (Habermas 2019)
        
 Christine Mok-Wendt, M.A.        &         Privatdozent V.M. Roth
SinnpraxisLangenrain@gmail.com                 SinnPhiloPraxis@gmail.com

  Der Ort BRSEC hat einen tollen Strand und Busverbindung RIJEKA : 2020 EU  Kulturhauptstadt

 


An Invitation to Attend the INTERNATIONAL CONFERENCE of PHILOSOPHICAL PRACTICE 2020 St. Petersburg

and looking back too

by Mike Roth / philopraxis.ch

At the 13th ICPP in August 2014 in Beograd  Detlef Staude was elected to organize the 2016 conference. In an early draft of the >call for papers<  14th ICPP in Bern he  had written:

Philosophical Practice is based on the conviction that philosophizing does not aim merely at attaining knowledge, but that it is an activity that allows for a deeper awareness of questions of human existence and of everyday life. Philosophical dialogue can thus support us in our search for orientation. The most important aim of Philosophical Practice is a better understanding of the other and of oneself.

But is there ‘theoretical knowledge’ in philosophy?

A skeptical position towards “philosophical knowledge” offering orientation in life was published 2014 as “Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik” (The ‘teachings’ of philosophers. A critique) Understanding Socrates (in whom some of us see an early philosophical practitioner) plays a central role here. Michael Hampe, professor at the Technical University (ETH) of Zurich, was willing to address the audience in an opening speech (also open to the public):

  Die Praxis des Philosophierens (On Practicing Philosophy)

"Philosophy is connected with practice" (besides the academic practices of reading and writing).

This was commonplace and obvious in the Greek enlightenment in the time of Socrates and

has been reintroduced into present day philosophy in the philosophies of pragmatism.

We have to make clear to the general public and to ourselves that it will not work to stabilise an enlightened form of life merely by “philosophical teachings” put down in texts of philosophers. It is not enough to dismiss of superstition, dogmatism and fanatism in theory. The point is to change things to the better and to prevent roll back practically. We have to look at discursive disputes as something that is different from not-respecting or disregarding, disdaining. Being in a dispute must not end in violence. Such an attitude has to be learned in school and also outside educational institutions. It is only between autonomously thinking citizens that an enlightened democratic form of life can become real. We have to be capable of making our disagreement, our dissent public and at the same time accept the diversity of emotional patterns and diverse starting points of our thinking.





In the German Original: Dass Philosophie mit anderen Praktiken als denen des Lesens und Schreibens verbunden ist, war in der ersten antiken Aufklärung noch offensichtlich. In der Philosophie der Gegenwart ist diese Tatsache durch den Pragmatismus wieder ins Bewusstsein gebracht worden. Dass sich eine aufgeklärte Lebensform, die Aberglauben, Dogmatismus und Fanatismus nicht nur theoretisch ablehnt, sondern auch praktisch zu verhindern sucht, sich nicht allein durch Traktate fortsetzen und stabilisieren lässt, muss heute wieder mit Nachdruck öffentlich vertreten werden. Diskursive Dispute und Dissense sind als etwas zu betrachten, das nichts mit Respektlosigkeit und Nichtachtung zu tun hat und nicht in Gewalt münden muss. Eine entsprechende Haltung muss nicht allein in der Schule gelernt werden. Eine aufgeklärte demokratische Lebensform kann sich nur zwischen selbständig denkenden Menschen realisieren, die in der Lage sind, Dissense öffentlich zu machen und gleichzeitig die Verschiedenheit ihrer Denkvoraussetzungen und emotionalen Muster zu akzeptieren. 






Our meeting is mainly a conference by Philosophical Practitioners for Philosophical Practitioners. And we try to open up to “University Philosophy” as well as to the general public in a suitable way to enable dialogue. The formulation of the topic of the 2016 conference

UNDERSTANDING THE OTHER AND ONESELF is also an attempt of the organizing team to encourage contributors to focus hereon. Keep in mind that this is also the title of the conference publication.


One can argue that philosophical practice has existed since antiquity. Under this name, however, you can find such an activity only in the past 30 years. Gerd B. Achenbach and Ad Hoogendijk are two, German and Dutch philosophers who established themselves as consultant philosophers in the 1980s and led the way to a number of other developments all over the world. They proposed an alternative to psychotherapeutic culture by working exclusively within the field of existential investigation with clients or patients, whom they called 'visitors.' (Wikipedia, Philosophical Consultancy) In the meantime consultancy or counseling is just one item in a field of activities and for alternatives see Ran Lahav, Ouo Vadis? - on AGORA, www.philopractice.org

Philosophical practice has spread worldwide as a vivid international movement. ICPPs, introduced by Ran Lahav & Lou Marinoff have also played a role in this. With kind permission I quote from the new history of the movement page of AGORA, September 2015: “Articles on the history of the philosophical practice movement” … “about any aspect of the history of the philosophical practice movement: about its overall development, about specific stages in its history, about earlier historical precursors to the movement … “ and so on.

Ran Lahav gave a moving speech as I remember quite well at the 13th ICPP 2014 in Belgrade:

Philosophical Practice – Quo Vadis?

In an opening remark the author states: “To understand the situation of the field, as well as its future potentials, it is important to reflect on its history. I believe that the way we are doing philosophical practice now is largely a product of historical choices we made in the past, and that these were not necessarily the only or the best choices possible.” And he adds a historical overview of the modern philosophical practice movement beginning with the German philosophical practitioner Gerd Achenbach. Ran Lahav suggests that we regard 1982 as the birth-date of the philosophical practice movement—“not 1981, when Achenbach first opened his Philosophische Praxis,” – Achenbach coined the expression- “but rather a year later, when he founded an association devoted to this endeavor. After all, philosophical practice in itself was not something new. Numerous philosophers throughout history had been using philosophical reflection to address life-issues, and Achenbach was certainly not the first. But he was the first to make this activity a separate field by founding a professional association devoted to it.” This organization was named “Gesellschaft für Philosophische Praxis” (GPP, ´International` added in 1998, now: IGPP) first chaired by Achenbach, since 2003 up to 2015 by Thomas Gutknecht, then by Leon de Haas. Now by Ute Gahlings.




Accorording to Lahav in phase 1 “philosophical practice remained more or less limited to two small groups in Germany and in Holland. Not much happened outside these two groups in the first 12 or 13 years, and very few people were aware of the new field. These years can be regarded as the first period in the history of the movement.”

In phase 2, beginning “in the mid-1990s, philosophical practice started appearing in additional countries. The second period of the movement began. A major reason for this new development was the First International Conference on Philosophical Counseling”. He points out that “in the mid-1990s, philosophical practice started appearing in additional countries. The second period of the movement began”. Ran Lahav writes that he “entered the field, in 1992, and started experimenting with philosophical counseling.” Ran Lahav visited the Dutch and the German groups and reflecting this experience he drew the conclusion “that in order to grow we needed to start an international dialogue, and I envisioned an international conference that would bring together philosophers from different countries and different backgrounds.”

Phase 3 begins in Ran Lahavs account in 1994, with the First International Conference in Vancouver. “Other international conferences followed, usually every two years.” As a result of the First International Conference, and possibly of other factors too, the idea of philosophical practice started spreading to new countries. In the next decade several associations were formed, at first in the USA, then in several Western European countries and in Latin America. What marked this second period of philosophical practice was de-centralization. The movement was no longer centered on Germany and Holland. New groups developed their own ideas on how to practice philosophy quite independently of one another. English was starting to be our international language.” The main language at (more or less still German/Swiss/Austrian /Dutch/ + Scandinavian) IGPP-meetings seems to be Deutsch.

Ran Lahav describes, how “several practitioners in the Spanish-speaking world, where English” – or German – “is not commonly understood, worked to disseminate the idea (of philosophical practice). The Spanish philosophical practitioner José Barrientos should be especially noted for his efforts to start new philosophical groups and programs across Latin America. Interestingly, no central authority figure appeared on the scene—like Freud in psychology—to dictate what philosophical practice is all about. As a result, different groups developed their own specific ways of working and thinking.” And in a mail of the 10th of August 2015 he adds: “A lot of very creative practitioners in many countries developed wonderful ideas in their own way.” See also the contributions of our colleagues of 20 different countries in: Michael Noah Weiss (ed.), Socratic Handbook. Dialogue Methods for Philosophical Practice (2015).

With the 14th ICPP we are in the third phase of the movement of philosophical practice and possibly in transition to a phase 4. Check Ran Lahav´s full text on AGORA/History, if you are keen to find out more about it!

At the ICPP you can meet in person people who were until then maybe just authors’ names to you. At the 13th ICPP 2014 Ran Lahav announced that soon AGORA (www.philopractice.org) would offer an opportunity for an electronic meeting space. This also would make it possible to stay in touch in between ICPP (IGPP and other) face-to-face meetings. And it should in turn have effects with respect to new elements of ICPP-meetings, f.e. live discussions with a point of departure let´s say on “monthly topics” like friendship, love, freedom, … of AGORA. See now also the “Philosophical Companionship”.

The first videos of philosophical practitioners were recorded by Ran Lahav on the spot in Beograd. What came as a surprise then is part of the program at the 14th ICPP and will give us now for the first time new communication channels for immediately broadcasting and discussing some of the philosophical events to “followers” outside the come-together-in-person at Bern.

Philosophical practice is based on the conviction that philosophizing has not purely theoretical knowledge as its aim, but that it is helpful to understand our own human existence, questions of  everyday life from a philosophical background and in a philosophical way. Philosophical practitioners are convinced that philosophical dialogue can be helpful for one’s orientation in life.” (Detlef Staude) A much discussed as well as paradox paradigm is given in Plato´s text “The Apology of Socrates”. It is a paradox, because philosophizing has the result for our ancestor, that his life comes to an end. But the other side of this is, that he succeeded to lead his life if not guided (no philosophic knowledge), then at least filled with peace of mind by taking care “for his soul” (Hampe suggests the modern reading: ‘for herself/himself as a subject’). And accompanied by philosophy, talking philosophy (a jam session with friends in the jail house) until the philosopher dies - he completes his life mission as a solemn-serene thinker to the very end. With a grain of salt Michael Hampe has characterized the Socratic dialogue society tending towards ‘bodyless existence’ (allein in einer leiblosen Existenz realisiert, Hampe 100) - & fond of ‘philosophical music’ (Hampe 412, a similar expression is used by Lahav too). The question arises whether this opens up a perspective for orientation in the everyday life of “people in the streets” (Ran Lahav).

Individual humans cannot decide to be born. But can we have a say with respect to our life´s end? A topic at the Bern Conference is

LIVE TO THE END discussed from a philosophic and a medical-doctor´s perspective (Bischof / Roth)

Can we avoid that we have to end our life in misery and in pain? What is it to LIVE TO THE END like Plato´s Socrates? Does philosophy encourage answers differing from those offered by tradition (among others: religious beliefs, but also Kant ruling out ‘suicide’). May we conceive the fatal legal action of the democratic state of Athens against Citizen Socrates as a publicly-assisted suicide? In my poster discussions I am going to elaborate on this aspect.


http://www.kunstkopie.de/a/david-jacques-louis/der-tod-des-sokrates.html http://www.nzz.ch/feuilleton/wird-denken-jetzt-mode-1.18595723 - the new title >Sterbehilfe< (assisted-suicide) of David´s picture was coined by Marc Zitzmann 14.8.2015; frame: M. Roth 2009 (Istanbul)




14th I C P P -

how we will proceed

we wanted to keep the number of parallel events as low as possible to enable us having much time together; on the other hand: participants should have multiple choice on themes. Have a look at the TIMEFRAME!

as a novelty, poster sessions will be held (the posters will be conspicuously placed throughout the conference; they will be introduced twice within a span of 30 minutes by the authors concerned). These sessions will also be filmed once if wanted

besides, there will be praxis-oriented events (workshops), master classes, panel-sessions, a few lectures and mini-sessions (in groups of three each, treating similar topics; speaking time will be 3x10', 20' discussion for all of them; then there will be a mini break of 10' for room changes etc.) as well as reflection groups.

in order to leave enough space for dialogue and mutual exchange, breaks will be prolonged to 45 min to give more opportunity for direct contact

chosen events will be filmed and made accessible on the internet (AGORA; www.philopractice.org)

like in Athens and Belgrade, there will be free philosophical short-counselling, particularly where the congress is open to the public; these sessions may be offered in German or in other languages.






Those that have contacted us will have received an invitation with a provisional programme. In April one can receive the detailed programme and by beginning of July 2016 the print-ready to print program will be available as a pdf-file.


The conference will take place in the picturesque capital of Switzerland at the Campus Muristalden. The expected number of participants is 125 – 200. We are cooperating with the adult education center (Volkshochschule) Berne, the college Campus Muristalden and the electronic meeting-place of philosophical practitioners AGORA.

Detlef Staude (Bern, Chairman), Mike Roth (Konstanz; program), Imre Hofmann (Zurich; media and internet), Eckhart Ruschmann (Bregenz; consulting and cooperation HdR), Christine MokWendt (postersessions), Oriana Brücker (Geneva; translations), Albert Hoffmann (Zurich, organization and facebook), Vander Lemes (Bern; projectmanagement and translation), Bernadette Hagenbuch (Basel, finance), Margrit Roth-Spanknebel (inscriptions) and others.


Roxana Kreimer (Argentine), Leon de Haas (Netherlands), Ran Lahav (USA, Israel), Carmen Zavala (Peru), Jorge Humberto Dias (Portugal), Michael Noah Weiss (Norway, Germany, Austria), José Barrientos Rastrojo (Spain), Anders Lindseth (Germany, Norway), Viktoria Chernenko (Russia), Aleksandar Fatic (Serbia), Young Rhee (South Korea), Peter Harteloh (Holland), Dominique Hertzer (Germany), Lydia Amir (Israel).

Understanding the other and oneself (Den/die/das Andere und sich selbst verstehen // Comprendre l’autre et soi-même // Capire l’altro e se stesso// Entender al otro y a uno mismo)



References:

Paul Bischof, Legitimität Ärztlicher Sterbehilfe (2011) (Legitimacy of medical assistance towards ending life)

Michael Hampe, Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik (2014) (Teachings of philosophers. A critique)

Ran Lahav, AGORA , September 2015: Philosophical Practice - Quo vadis? See also: THE EARLY DAYS OF THE PHILOSOPHICAL PRACTICE MOVEMENT. An excerpt from chapter one of my dissertation: Philosophical Counseling and Teaching: “Holding the Tension” in a Dualistic World (May 1998) by Maria Tillmanns also on the “History Page” of AGORA: http://www.philopractice.org/history

Plato, The Apology of Socrates

Mike Roth, Nichtwissen & Wissensglück, in: Viel Glück! V.M. Roth (ed.), Konstanz 2012

Detlef Staude and philopraxis.ch, Call for Papers ICPP2016 ; as well as related material

Michael Noah Weiss (ed.),The Socratic Handbook. Dialogue Methods for Philosophical Practice (2015), Foreword by Anders Lindseth on the 1st ICPP “feeling that we were part of something new”

http://www.litwebshop.de/index.php?main_page=product_info&cPath=18&products_id=12069

Wikipedia, Philosophical Consultancy